Willichs neues Wohnprojekt "Moltkedorf" spaltet die Stadt: Wohnraum vs. Grünflächenverlust
Angela DietzWillichs neues Wohnprojekt "Moltkedorf" spaltet die Stadt: Wohnraum vs. Grünflächenverlust
Neues Wohnprojekt "Moltkedorf" soll 2,9 Hektar Fläche in Willich umgestalten – doch Anwohner protestieren gegen Verdichtung und Grünflächenverlust
In Willich entsteht mit dem Wohnprojekt Moltkedorf auf einem 2,9 Hektar großen Gelände ein neues Viertel mit 200 Wohneinheiten in einer hoffartigen Bebauung. Die Stadt will damit dringend benötigten Wohnraum schaffen – doch die Pläne stoßen bei Anwohnern auf massive Kritik, die die Dimensionen des Vorhabens und die Folgen für Grünflächen bemängeln.
Vorgesehen sind Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Mehrfamilienwohnungen, die über die Moltkestraße erschlossen werden sollen. Während die Stadt die Wohnraumsituation entlasten will, warnen Anwohner vor Eingriffen in Lebensräume für Tiere und eine Beeinträchtigung der Lebensqualität.
Hoffartige Bebauung mit Ringstraße – doch Anwohner fürchten "Wohnblock-Mauer" und Verkehrschaos
Die ersten Entwürfe sehen eine Mischung aus Wohnformen vor, die sich um begrünte Innenhöfe gruppieren. Ein einseitig geführtes Ringsystem soll alle Einheiten verbinden, ergänzt durch Stellplätze, Garagen und möglicherweise eine Tiefgarage. Zudem sind Rad- und Fußwege geplant, die die Kruse-Straße mit An Liffersmühle verknüpfen.
Die Anwohner bringen jedoch zahlreiche Bedenken vor: Besonders kritisiert wird die Höhe der geplanten viergeschossigen Gebäude, die direkt an Kleingartenanlagen grenzen und eine "Wohnblock-Mauer" bilden würden, die bestehende Häuser beschattet. Zudem fürchten sie erhebliche Verkehrsprobleme – von Staus über Parkplatzmangel bis hin zu Verzögerungen für Rettungsfahrzeuge.
Ökologische Sorgen: Verlust des Grünstreifens bedroht Tierwelt und Mikroklima
Im Fokus steht auch der geplante Rückbau eines Grünstreifens an der Moltkestraße 31–35, der bisher als Rückzugsraum für Tiere dient und als natürliche Barriere wirkt. Anwohner argumentieren, dass solche Flächen das Mikroklima regulieren, Regenwasser aufnehmen und die Artenvielfalt fördern. Über 70 Personen haben bereits eine gemeinsame Stellungnahme gegen die aktuellen Pläne unterzeichnet – weitere Unterschriften werden erwartet.
Zudem plant die Stadt, die Unterkunft für Geflüchtete im Moltkedorf bis Jahresende zu schließen. Die Anwohner bleiben jedoch besorgt über die langfristigen Auswirkungen des Wohnprojekts auf Luftzirkulation, Klimaresilienz und den Umgang mit Starkregenereignissen.
Wohnungsnot vs. Lebensqualität: Stadt schweigt zu Forderungen nach Anpassungen
Mit 200 neuen Wohneinheiten soll Moltkedorf die Wohnungsnot in Willich lindern. Doch die Ablehnung in der Bevölkerung hält an – vor allem wegen der hohen Bebauungsdichte und der ökologischen Folgen. Kritisiert werden zudem zusätzliche Belastungen für Verkehr, Infrastruktur und den Verlust von Grünflächen, die für Tierwelt und Klimaanpassung essenziell sind.
Bisher hat die Stadt weder auf die gemeinsame Stellungnahme reagiert noch konkrete Änderungen am Plan angekündigt. Die weitere Entwicklung wird zeigen, wie sich auf dem Gelände Wohnraumbedarf, ökologische Verantwortung und die Interessen der Anwohner in Einklang bringen lassen.






