Oktoberfest in München: Traum für Touristen, Albtraum für Anwohner wie Martin Stanek
Kilian SchlosserOktoberfest in München: Traum für Touristen, Albtraum für Anwohner wie Martin Stanek
Jedes Jahr bringt Münchens Oktoberfest Menschenmassen, Feiern – und Chaos für die Anwohner
Martin Stanek, der in der Nähe der Theresienwiese lebt, erlebt die weniger glamouröse Seite des Festes aus erster Hand. Zwar schätzt er die Tradition, doch Lärm, Dreck und das rücksichtslose Verhalten betrunkener Besucher machen ihm und seiner Familie das Leben schwer.
Das Oktoberfest, lokal einfach "Wiesn" genannt, dauert jedes Jahr 16 bis 18 Tage im Herbst. 1810 als Hochzeitsfeier für Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese begonnen, startete es mit einem Pferderennen, bevor es sich zum weltberühmten Volksfest entwickelte. Heute lockt es Millionen – für Stanek bedeutet das jedoch tägliche Störungen.
Seine Straße wird zum Treffpunkt für betrunkene Feiernde, darunter auch Prominente wie die Kaulitz-Brüder oder Fußballer. Fremde brechen oft auf Gehwegen oder sogar in der Tiefgarage seines Wohnhauses zusammen. Jeden Morgen findet er Urinflecken und Fäkalien vor seiner Haustür. Ein Nachbar versuchte einmal, seinen Vorgarten abzuzäunen – vergeblich, der Dreck blieb.
Stanek meldet die Verschmutzung nicht über das offizielle Münchner Portal machmuenchenbesser.de, doch er wünscht sich strengere Polizeikontrollen. Der erste Montag nach der Wiesn fühlt sich für ihn stets wie eine Erlösung an, auch wenn ein Hauch von Wehmut bleibt.
Für Anwohner wie Stanek ist das Oktoberfest eine Mischung aus kulturellem Stolz und Frustration. Der Ruf als historisches Fest steht im krassen Gegensatz zu Müll, Lärm und Chaos, die zurückbleiben. Ohne bessere Regulierung werden die Locals auch in Zukunft mit denselben Problemen kämpfen.






