Junge Generation zweifelt zunehmend an der Demokratie – Studie zeigt alarmierende Trends
Angela DietzJunge Generation zweifelt zunehmend an der Demokratie – Studie zeigt alarmierende Trends
Eine neue Studie offenbart sich wandelnde Einstellungen zur Demokratie – insbesondere unter jüngeren Generationen. Forscher haben einen klaren Zusammenhang zwischen politischen Ansichten und persönlichen Lebensumständen festgestellt, was Sorgen über eine wachsende Unzufriedenheit mit demokratischen Systemen schürt.
Die Ergebnisse zeigen zudem einen Anstieg undemokratischer Überzeugungen: Viele befürworten eine stärkere, zentralisierte Führung anstelle einer pluralistischen Regierungsform.
Die Untersuchung unterteilt die Bevölkerung in drei deutliche Gruppen: 44 % werden als "überzeugte Demokraten" eingestuft, 42 % als "labile Demokraten" und 8 % als "Demokratiegegner". Unter den jüngeren Befragten zeigt sich nur noch die Hälfte zufrieden mit der aktuellen Funktionsweise der Demokratie. Die Unterstützung demokratischer Grundsätze hat in dieser Altersgruppe im Vergleich zu früheren Jahren spürbar nachgelassen.
In Nordrhein-Westfalen ist der Anteil der "labilen Demokraten" seit 2021 um fünf Prozentpunkte gestiegen und liegt im aktuellen Erhebungsjahr 2025 bei 23 %. Fast die Hälfte aller Teilnehmer stimmt mittlerweile der Aussage zu, die Gesellschaft würde von "einer einzigen starken Partei" profitieren, die den Volkswillen vertritt – ein Zeichen für die wachsende Skepsis gegenüber demokratischen Institutionen.
Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt vor Online-Gefahren, die junge Menschen beeinflussen. Sie verweist auf Frauenfeindlichkeit, gewaltverherrlichende Rhetorik und extremistisches Gedankengut, die sich in sozialen Medien, Chatgruppen und auf Gaming-Plattformen verbreiten. Prien zufolge sind Kinder und Jugendliche in diesen Räumen zunehmend emotionaler Manipulation und Radikalisierung ausgesetzt.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit einer verstärkten politischen Bildung an Schulen. Eine deutliche Mehrheit – 76 % der jungen Menschen und jungen Erwachsenen – wünscht sich mehr politische Themen im Unterricht. Die Forscher argumentieren, dass die frühe Förderung demokratischer Kompetenzen helfen könnte, dem Vertrauensverlust in demokratische Systeme entgegenzuwirken.
Die Ergebnisse deuten auf eine wachsende Kluft in der Wahrnehmung von Demokratie zwischen den Altersgruppen hin. Angesichts des Vormarschs undemokratischer Haltungen fordert der Bericht gezielte Bildungsmaßnahmen, um demokratische Werte zu stärken. Schulen und Politiker könnten ihre Strategien anpassen müssen, um die in der Studie aufgezeigten Sorgen und Verwundbarkeiten anzugehen.






