Datenschutz-Chaos: Unternehmen fordern klare Regeln und einheitliche Aufsicht
Adeline SchmiedeckeDatenschutz-Chaos: Unternehmen fordern klare Regeln und einheitliche Aufsicht
Deutsche Unternehmen äußern zunehmend Bedenken wegen uneinheitlicher Datenschutzregeln. Sie verweisen auf rechtliche Unsicherheiten und hohe Compliance-Kosten als zentrale Herausforderungen. Nun fordern auch die Behörden selbst mehr Einheitlichkeit bei der Durchsetzung und Gesetzgebung.
Die Datenschutzkonferenz (DSK) hat Änderungen angemahnt, um die Harmonisierung zu verbessern. Sie setzt sich für eine zentrale Stelle ein, die bundesweite Fälle nach dem Bundesdatenschutzgesetz bearbeitet. Zudem schlägt die DSK die Einrichtung einer ständigen Geschäftsstelle vor, um ihre eigene Rolle zu stärken.
Gleichzeitig weist die DSK auf Lücken zwischen europäischen Digitalgesetzen und der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hin. Sie argumentiert, dass eine bessere Abstimmung nötig sei, um Verwirrung bei Unternehmen und Aufsichtsbehörden zu verringern.
Bettina Gayk, die Landesdatenschutzbeauftragte von Nordrhein-Westfalen, kritisiert die Reformpläne der Bundesregierung. Sie macht ungleiche Gesetzgebungen für die aktuellen Widersprüche in der Aufsicht verantwortlich. Meike Kamp, die Berliner Datenschutzbeauftragte, ergänzt, dass einige Behörden zu stark mit wirtschaftlichen Interessen verflochten seien. Dies wirft Fragen nach ihrer Unabhängigkeit auf.
Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigt sich von einer Zentralisierung indes nicht überzeugt. Der Verband zweifelt daran, ob eine einzige Behörde die bestehenden Probleme lösen könnte.
Der Koalitionsvertrag sieht zwar eine zentrale Aufsichtsbehörde vor, die mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz zusammengelegt werden soll. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Kontrolle zu straffen und Zersplitterung zu verringern. Doch bleibt Skepsis, ob damit die Kernprobleme – rechtliche Klarheit und einheitliche Durchsetzung – tatsächlich behoben werden.
