28 March 2026, 14:13

Warendorf beharrt auf umstrittenen Straßennamen trotz NS-Vergangenheit

Schwarz-weiß-Foto einer Stadtstraße mit Gebäuden, Fenstern, Säulen, Namensschildern, Schuppen und Pfählen.

Warendorf beharrt auf umstrittenen Straßennamen trotz NS-Vergangenheit

Stadt Warendorf behält umstrittene Straßennamen bei

Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, drei umstrittene Straßennamen nicht zu ändern. Dies steht im Widerspruch zu einer Empfehlung eines Bürgergremiums, das wegen historischer Verbindungen zur NS-Zeit eine Umbenennung gefordert hatte. Als Hauptgründe für die Ablehnung des Vorschlags führten die Verantwortlichen finanzielle und administrative Bedenken an.

Betroffen sind die Heinrich-Tenhumberg-Straße, die Wagenfeldstraße und der Agnes-Miegel-Weg, die ihre bisherigen Bezeichnungen behalten werden. Auch eine Tafel mit einem Zitat der Schriftstellerin Agnes Miegel am Rathaus bleibt bestehen.

Die Entscheidung traf die Mehrheitskoalition aus Christlich Demokratischer Union (CDU) und Freien Wählergemeinschaft (FWG). Sie argumentierte, dass die Austausch der Straßenschilder die Stadt 5.700 Euro kosten würde. Kompromissvorschläge – etwa die Ergänzung eines Zitats des ortsansässigen Autors Paul Schallück neben Miegels Text – wurden ebenfalls abgelehnt.

André Wenning, Ratsmitglied der FWG, betonte, dass die Meinung der Anwohner für die endgültige Entscheidung ausschlaggebend gewesen sei. Die Ratsmehrheit habe Budgetfragen und den Verwaltungsaufwand höher gewichtet als alternative Lösungen.

Kritik kam von Reinhold Schoppmann, einem Vertreter des Bürgerbündnisses, das sich für die Umbenennung eingesetzt hatte. Die ursprüngliche Empfehlung stammte von einem Bürgergremium, das die historischen Bezüge zur NS-Zeit als problematisch eingestuft hatte. Dennoch entschied sich der Rat für den Status quo.

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Die Ablehnung bedeutet, dass weder die Straßennamen noch die bestehende Tafel geändert werden. Die Stadt spart sich zwar die 5.700 Euro für neue Beschilderungen, doch die Bedenken des Bürgergremiums bleiben damit ungelöst. Die Entscheidung zeigt, dass der Rat Kosten und lokale Meinungen höher gewichtet hat als eine historische Aufarbeitung.

Quelle