15 March 2026, 20:18

Viersen droht bis 2026 ein 39-Millionen-Defizit – droht die Insolvenz?

Ein buntes Papier mit fetter Schrift und Bildern von verschiedenen, strahlenden Menschen, die eine Parlamentsreform mit einem Sinn für Hoffnung und Optimismus darstellen.

Viersen droht bis 2026 ein 39-Millionen-Defizit – droht die Insolvenz?

Viersen steht vor einer wachsenden Finanzkrise: Bis 2026 droht ein Defizit von 39 Millionen Euro

Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Stadt aufgrund jährlicher Fehlbeträge von 25 bis 35 Millionen Euro bis 2031 sogar in die Insolvenz rutschen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat nun Stellung bezogen – und warnt vor Steuererhöhungen. Stattdessen fordert sie strukturelle Reformen, um die Haushaltslage zu stabilisieren.

Die finanziellen Probleme Viersens haben mehrere Ursachen: Steigende Kosten im Bereich der Jugendhilfe, eine wachsende Kreisumlage sowie kontinuierlich ansteigende Personalausgaben belasten den Haushalt zusätzlich. Zwar unterstützt die IHK den freiwilligen Konsolidierungskurs der Stadt, betont jedoch, dass tiefgreifendere Maßnahmen nötig seien.

Kooperation und Wirtschaftsförderung als Schlüssel Ein zentraler Vorschlag der Kammer ist die stärkere interkommunale Zusammenarbeit. Durch gemeinsame Dienstleistungen und schlankere Verwaltungsstrukturen ließe sich die finanzielle Last verringern, so die IHK. Zudem fordert sie die Ausweisung weiterer Gewerbegebiete, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Viersen erhebt bereits jetzt die zweit höchsten Grundsteuern für gewerbliche Immobilien in seinem IHK-Bezirk. Weitere Erhöhungen bei Betriebssteuern oder Grundabgaben würden die Wettbewerbsfähigkeit schwächen, warnt die Kammer. Stattdessen verweist sie auf erfolgreiche Modelle wie die 20 Kommunen, die im Rahmen landesgeförderter Projekte an der Kreislaufwirtschaft arbeiten.

Teil eines bundesweiten Trends Die Situation in Viersen spiegelt größere Herausforderungen in Nordrhein-Westfalen wider. Viele Kommunen kämpfen mit Haushaltsdefiziten und Investitionsstaus – die genauen Dimensionen sind jedoch oft unklar. Allein Bergisch Gladbach steht vor einem Fehlbetrag von knapp 50 Millionen Euro, während deutsche Städte insgesamt 216 Milliarden Euro an ungedecktem Infrastrukturbedarf melden.

Die Warnungen der IHK unterstreichen die Dringlichkeit der Lage: Ohne Reformen werden die Defizite Viersens mindestens bis 2029 bestehen bleiben und die langfristige Stabilität gefährden. Die Vorschläge der Kammer – mehr Zusammenarbeit, Gewerbeflächenausweisung und Kostensenkung – zeigen einen Weg auf. Doch ob die Stadt die Insolvenz abwenden kann, hängt nun von der Umsetzung ab.

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