Kölner Dom plant historische Wende: Soll Eintritt bald Geld kosten?
Kilian SchlosserEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplantes Eintrittsgeld für den Kölner Dom - Kölner Dom plant historische Wende: Soll Eintritt bald Geld kosten?
Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen
Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die weltbekannte Sehenswürdigkeit, in der die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, empfängt derzeit jährlich sechs Millionen Menschen. Pläne, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen, haben bereits für Diskussionen gesorgt.
Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, hat sich gegen den Vorschlag ausgesprochen. Sie bezeichnete das Bauwerk als "unseren Dom" und betonte seine tiefe Verbundenheit mit der Stadt. Zwar erkannte sie den Bedarf an zusätzlichen Einnahmen an, warnte jedoch, dass Eintrittsgelder Besucher abschrecken und den offenen Charakter des Doms verändern könnten.
Die genaue Höhe der Gebühr steht noch nicht fest. In den vergangenen Jahren gab es in Deutschland gemischte Reaktionen auf ähnliche Pläne an historischen und religiösen Stätten. Kritiker, darunter Kirchen und Kulturverbände, argumentieren, dass der kostenlose Zugang eine lange Tradition sei. Befürworter wie Stadtvertreter und Tourismusexperten hingegen unterstützen Gebühren, um die steigenden Instandhaltungskosten zu decken. Die Debatten um den Kölner Dom in den Jahren 2023 und 2024 waren besonders hitzig und führten zu Kompromissen wie dem freien Eintritt an Sonntagen.
Die Domverwaltung strebt an, die Gebühr noch vor Jahresende einzuführen. Sollte der Plan umgesetzt werden, wäre dies ein historischer Einschnitt für eine Stätte, die seit Jahrhunderten frei zugänglich ist. Die Entscheidung folgt auf Jahre steigender Kosten und wachsenden Druck, die Zukunft des Bauwerks zu sichern.