Sprengstoffentschärfer in NRW: Zwei Teams im Kampf gegen tödliche Gefahren
Kilian SchlosserSprengstoffentschärfer in NRW: Zwei Teams im Kampf gegen tödliche Gefahren
In Nordrhein-Westfalen übernehmen zwei spezialisierte Teams die Entschärfung von Sprengstoffgefahren – mit klar abgegrenzten Aufgabenbereichen. Das Landeskriminalamt (LKA) kümmert sich um kriminell platzierte Sprengkörper, während der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) sich auf Kriegsaltlasten und die Räumung von Baustellen konzentriert. Beide Einheiten arbeiten mit höchster Präzision und modernster Technik, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.
Die USBV-Sprengstoffentschärfungseinheit des LKA ist seit 1981 im Einsatz und wird von Experten wie Andreas Otte geleitet. Der 54-Jährige ist ausgebildeter Sprengstoffermittler und spezialisiert auf unkonventionelle Sprengvorrichtungen. Sein Team wird jährlich zu rund 800 Einsätzen gerufen – darunter etwa 300 Bombenentschärfungen in mehreren Bundesländern.
Bei jedem Einsatz trägt Otte einen 40 Kilogramm schweren Bombenschutzanzug aus Kevlar, verstärkt mit Keramikplatten. Das über 60.000 Euro teure Schutzsystem benötigt 15 Minuten zum Anlegen und umfasst einen speziellen Schutzhelm. Otte betont, dass der Job absolute Konzentration erfordert – Fehler oder Nachlässigkeit können tödlich enden.
Das LKA setzt auf hochmoderne Entschärfungsfahrzeuge und ferngesteuerte Roboter, um Sprengkörper unschädlich zu machen. Sämtliche Abläufe folgen strengen Protokollen, um jeden direkten Kontakt mit den Gefahrenstoffen zu vermeiden. Derweil kümmert sich der KBD um Kriegsbomben und beschlagnahmte Sprengstoffe: Allein 2024 wurden 1.606 Bomben entschärft, darunter 182 mit einem Gewicht von 50 Kilogramm oder mehr – Teil von insgesamt 7.266 im Land unschädlich gemachten Sprengkörpern.
Während das LKA vor allem kriminelle Bedrohungen bekämpft, arbeitet der KBD häufig mit Bauprojekten zusammen. Durch präventive Räumungen stellen die Experten sicher, dass Grundstücke vor Baubeginn sicher sind. Beide Teams leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Bewältigung der Sprengstoffgefahren in Nordrhein-Westfalen.
Die Einheiten von LKA und KBD setzen weiterhin auf modernste Ausrüstung und intensives Training. 2024 neutralisierten sie gemeinsam Tausende Sprengkörper – von Kriegsrelikten bis hin zu kriminellen Gefahrenquellen. Ihre Arbeit bleibt essenziell für die Sicherheit in der Region.






