26 April 2026, 02:13

Skandal im Märkischen Kreis: Schweine leiden unter grausamen Haltungsbedingungen

Schwarzes und weißes Foto von Schweinen in einem Stall mit einer Wand und Gras im Hintergrund, mit Text unten.

Skandal im Märkischen Kreis: Schweine leiden unter grausamen Haltungsbedingungen

Schweinemastbetrieb im Märkischen Kreis: Schwere Verstöße gegen den Tierschutz aufgedeckt

Ein Schweinezuchtbetrieb im Märkischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) steht wegen gravierender Verstöße gegen das Tierschutzrecht in der Kritik. Verdeckt aufgenommene Videoaufnahmen der Tierrechtsorganisation Aninova zeigen verletzte Schweine, verendete Ferkel und verwahrloste Haltungsbedingungen. Der Betreiber, ein bekannter Vertreter der Landwirtschaft, muss sich nun nach dem Eingreifen der Behörden strafrechtlich verantworten.

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Die Missstände waren von Aninova bereits am 10. Oktober dokumentiert worden. Das auf Instagram veröffentlichte Material verbreitete sich rasant im Netz und wurde bisher über eine halbe Million Mal aufgerufen. Die Aufnahmen zeigen vernachlässigte Tiere, verrottende Kadaver und baufällige Stallanlagen.

Am 14. Oktober führten sowohl das QS-Prüfsystem als auch das örtliche Veterinäramt unabhängige Kontrollen durch. Beide stellten inakzeptable Verstöße fest – darunter tote Tiere und massive Hygienemängel. Das QS-System schloss den Betrieb umgehend von seiner Zertifizierung aus und setzte den zuständigen Prüfer ab, der die Anlage zuvor ohne Beanstandungen freigegeben hatte.

Der Landwirt, der zugleich als Geschäftsführer des Rheinland-Nassau Bauern- und Winzerverbandes fungiert, gerät wegen dieser Doppelfunktion in die Kritik. Aninova wirft ihm vor, seine öffentliche Forderung nach hohen Tierhaltungsstandards stehe im krassen Widerspruch zu den Zuständen auf seinem eigenen Hof. Auf Nachfrage lehnte ein Verbandssprecher Stellungnahmen zu Personalangelegenheiten ab und behauptete, man habe von den Problemen keine Kenntnis gehabt.

Behördenseits wurde bestätigt, dass der Betrieb bereits in der Vergangenheit bei Kontrollen durchgefallen war. Aninova hat inzwischen offizielle Strafanzeigen gegen den Betreiber eingereicht und den Fall damit über reine Ordnungswidrigkeiten hinaus eskaliert.

Dem Betrieb drohen nun rechtliche Konsequenzen, nachdem die wiederholten Verstöße ans Licht kamen. Auch das QS-Prüfverfahren gerät nach der Suspendierung des ursprünglichen Kontrolleurs in die Schusslinie. Mit den laufenden Ermittlungen wird deutlich, wie lückenhaft die Aufsicht in der Nutztierhaltung der Region ist.

Quelle