24 April 2026, 10:14

Schildgen feiert zehn Jahre Willkommenskultur für Geflüchtete mit bewegenden Geschichten

Plakat für das 70-jährige Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, gerahmt in einem Fotorahmen mit einer Gruppe von Menschen in der Mitte, umgeben von Text und Zahlen.

Schildgen feiert zehn Jahre Willkommenskultur für Geflüchtete mit bewegenden Geschichten

Vor zehn Jahren schlossen sich die Bewohner von Schildgen zusammen, um Geflüchtete in ihrer Gemeinde willkommen zu heißen. Die Initiative Willkommen in Schildgen startete 2015 mit rund 100 Einheimischen, die praktische Hilfe, Sprachkurse und gesellschaftliche Begleitung anboten. Nun, zum zehnjährigen Jubiläum, würdigen eine neue Ausstellung und eine Veranstaltung die Wege jener, die in dem Dorf eine neue Heimat fanden.

2015 rief die kleine Gemeinschaft in Schildgen Willkommen in Schildgen ins Leben, um Geflüchteten bei der Ansiedlung in der Region zu helfen. Ehrenamtliche unterstützten die Neuankömmlinge bei Behördengängen, Arztterminen und dem Deutschlernen. Unter ihnen war Youssef Messraba, der aus Syrien floh und im selben Jahr ankam. Mit der Hilfe der Initiative absolvierte er eine Ausbildung zum Elektroniker und studiert heute Elektro- und Medizintechnik. Doch sein Weg war nicht einfach: Er wartete 20 Monate auf die Staatsbürgerschaft und erlebte auf dem Weg dorthin Ausgrenzung.

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Die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen mit einem Treffen im Pfarrsaal der Herz-Jesu-Kirche, wo Umarmungen, Gespräche und Dankbarkeit den Raum füllten. Die Ausstellung Himmel un Ääd mit Porträts von Geflüchteten ist noch bis zum 6. Dezember in der Altenberger-Dom-Straße 125 zu sehen. Am 28. November findet die Veranstaltung Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen statt, bei der Marwah und Hosheen von ihren Erlebnissen der vergangenen zehn Jahre berichten – moderiert von Margret Grunwald-Nonte.

Heute zeigt sich die Wirkung der Initiative deutlich: 72 Prozent der Unterstützten sind mittlerweile erwerbstätig, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium, und die meisten sprechen fließend Deutsch. Die Zahlen spiegeln Jahre des Engagements wider – sowohl der Freiwilligen als auch derer, die sich in Schildgen ein neues Leben aufbauten.

Die Jubiläumsveranstaltungen ehren ein Jahrzehnt gemeinsamer Verantwortung zwischen den Schildgener Bürgern und den Geflüchteten, die sie aufnahmen. Ausstellung und Gespräche bieten die Gelegenheit, über bewältigte Herausforderungen und erreichte Fortschritte nachzudenken. Für viele bedeutete die Arbeit der Initiative nicht nur Überleben, sondern die Chance, in der neuen Heimat Fuß zu fassen und zu gedeihen.

Quelle