Rheinmetall dringt mit finnischem Partner in die militärische Satellitentechnik vor
Adeline SchmiedeckeRheinmetall bald auch Weltraum-Satelliten bauen - Rheinmetall dringt mit finnischem Partner in die militärische Satellitentechnik vor
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall steigt mit einer Joint-Venture-Gründung zusammen mit dem finnischen Satellitenhersteller Iceye in die Raumfahrtbranche ein. Das neue Unternehmen Rheinmetall Iceye Space Solutions wird sich auf die Entwicklung hochmoderner Aufklärungssatelliten für militärische Zwecke konzentrieren. Die Partnerschaft wurde diese Woche in Düsseldorf offiziell bekannt gegeben.
Der gemeinsame Unternehmenssitz befindet sich in Neuss, wobei Rheinmetall 60 Prozent der Anteile hält und Iceye 40 Prozent behält. Beide Unternehmen streben eine rasche Steigerung der Satellitenproduktion an, insbesondere von SAR-Systemen (Synthetic Aperture Radar), die bereits in der Ukraine im Einsatz sind.
Rheinmetall, traditionell bekannt für Panzer und Artillerie, wird sein globales Vertriebsnetz nutzen, um die Verbreitung der Satelliten auszubauen. Iceye, das derzeit eigene Satelliten herstellt und betreibt, bringt Expertise in der weltraumgestützten Überwachungstechnologie ein. Das neue Unternehmen plant, noch vor Ende 2023 den Betrieb aufzunehmen, wobei der Start des ersten Satelliten für 2025 vorgesehen ist.
Die Zusammenarbeit markiert Rheinmetalls ersten großen Schritt in die Raumfahrtindustrie. Durch die Kombination der Satellitentechnologie von Iceye mit Rheinmetalls Reichweite im Verteidigungssektor will das Joint Venture die Bereitstellung militärischer Aufklärungssatelliten beschleunigen. Produktion und Vertrieb sollen in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut werden.






