16 March 2026, 00:57

Reichweitenverlängerer-Lkw könnten Speditionskosten um ein Drittel drücken – doch bleibt die Technologie Nische?

Eine Liniengrafik, die den Anstieg der Verkaufszahlen von batterieelektrischen Fahrzeugen in Australien zeigt, mit begleitendem Text, der die Daten erläutert.

Reichweitenverlängerer-Lkw könnten Speditionskosten um ein Drittel drücken – doch bleibt die Technologie Nische?

Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Reichweitenverlängerer-Lkw (REEVs) die Kosten für Speditionen um bis zu einem Drittel senken könnten. Diese Hybridfahrzeuge kombinieren eine kleinere Batterie mit einem bordseitigen Generator und verringern so die Abhängigkeit von großen Akkupaketen. Die Erkenntnisse stammen aus einer Analyse des Ingenieursdienstleisters FEV zum Fernverkehr in Europa, wo nach wie vor Diesel-Lkw den Markt dominieren.

Im Gegensatz zu rein elektrischen Lkw nutzen REEVs eine deutlich kleinere Batterie – etwa 280 kWh statt 560 kWh. Dadurch verringert sich das Gewicht, die Nutzlastkapazität steigt, und ein integrierter Generator verlängert bei Bedarf die Reichweite. Durch nächtliches Laden an den Depots mit Standard-22-kW-Wechselstromladestationen lassen sich rund 240 kWh nachladen – genug für einen fast vollständig elektrischen Betrieb am folgenden Tag.

Die wirtschaftlichen Vorteile sind beträchtlich: Laut FEV könnten die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) im Vergleich zu Diesel-Lkw um bis zu 33 Prozent sinken, abhängig vom Einsatzprofil. Selbst in den ungünstigsten Fernverkehrsszenarien liegen die Einsparungen noch bei etwa 14 Prozent. Diese Berechnungen basieren auf nächtlichem Depotladen zu Industrie-Strompreisen von rund 19 Cent pro Kilowattstunde.

Ein weiterer Pluspunkt ist der geringere Bedarf an öffentlichen Hochleistungs-Ladestationen. REEVs lassen sich problemlos in bestehende Depot-Infrastrukturen integrieren und erfordern keine teuren Megawatt-Ladelösungen. Die Studie hebt geringere Fahrzeugkosten, weniger Gewicht und günstigere Energie als zentrale Kostentreiber hervor.

Trotz des Potenzials gibt es derzeit keine Marktdaten dazu, wie viele europäische Logistikunternehmen bis 2030 auf REEVs umsteigen wollen. Die Technologie bleibt vorerst eine Option, nicht jedoch ein bestätigter Branchenwandel.

Die Analyse zeigt klare finanzielle und operative Vorteile von REEVs im Fernverkehr auf. Kleinere Batterien, reduzierte Ladeanforderungen und Kosteneinsparungen machen sie zu einer tragfähigen Alternative zu Diesel-Lkw. Die tatsächliche Verbreitung wird jedoch von künftigen Flottenentscheidungen und Infrastrukturentwicklungen abhängen.

AKTUALISIERUNG

FEV bewegt REEVs näher an die Realität mit Demonstrator-Projekten

Das Ingenieurunternehmen FEV treibt die REEV-Technologie über die theoretische Analyse hinaus voran. wichtige Entwicklungen umfassen:

  • Zusammenarbeit an Demonstrator-Fahrzeugen in der Entwicklung, um die tatsächliche Leistung zu validieren.
  • Partnerschaften mit Logistik-Kunden, um die Ergebnisse in marktreife Lösungen zu überführen.
  • Ein leitender FEV-Manager bemerkte: 'Hybride mit Range-Extender bieten eine sofort einsetzbare, wirtschaftlich attraktive Lösung für die Elektifizierung des Fernverkehrs.'