Jahrzehntealter Atommüll aus Jülich wird nach Ahaus verlegt – doch die Suche nach einem Endlager geht weiter
Adeline SchmiedeckeJahrzehntealter Atommüll aus Jülich wird nach Ahaus verlegt – doch die Suche nach einem Endlager geht weiter
Deutschland bereitet die Verlegung jahrzehntealten Atommülls von Jülich nach Ahaus vor
Nächste Woche soll mit den ersten Transporten des radioaktiven Abfalls aus Jülich in Richtung Ahaus begonnen werden – der Auftakt zu einer langwierigen und umstrittenen Logistikoperation. Seit der Abschaltung des Versuchsreaktors 1988 lagert der Müll in Jülich, ohne dass eine dauerhafte Lösung in Sicht wäre.
Über 40 Jahre blieb das Material vor Ort, seit 2013 in einem Zwischenlager ohne gültige Genehmigung. Juristische Auseinandersetzungen und politische Streitigkeiten verzögerten jede Entscheidung – der Atommüll verblieb in einer Art Schwebezustand.
Das Forschungszentrum Jülich wehrt sich seit Langem gegen die weitere Lagerung auf seinem Gelände. Nach jahrelangen Debatten haben die Behörden nun den Transfer nach Ahaus genehmigt – ebenfalls nur ein Zwischenlager. Doch auch diese Lösung ist befristet: Die Genehmigung für Ahaus läuft 2036 aus, ein endgültiges Endlager für den Müll steht weiterhin aus.
Insgesamt 152 Castor-Behälter sollen in mehr als 50 Einzeltransporten verlegt werden. Die Aktion stößt auf massiven Widerstand der Stadt Ahaus und von Anti-Atomkraft-Aktivisten, die vergeblich versucht haben, die Transporte zu stoppen.
Neue Debatte über Atomkraft in Deutschland Unterdessen flammt die Diskussion über die Kernenergie wieder auf. Politiker wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron fordern eine Neubewertung der Atomkraft. Kleine modulare Reaktoren (SMR) werden zunehmend als mögliche Alternative zu herkömmlichen Meilern geprüft. Weltweit sind derzeit nur vier SMR in Betrieb – zwei in Russland, je einer in China und Japan –, doch in Ländern wie den USA, Kanada und Großbritannien werden zahlreiche weitere geplant oder gebaut.
Der Atommüll aus Jülich macht sich bald auf den Weg, doch seine langfristige Lagerung bleibt ungelöst. Deutschlands Atompolitik bleibt im Fluss, während neue Technologien wie SMR an Bedeutung gewinnen. Vorerst wird der Müll in Ahaus bleiben – zumindest bis 2036.






