28 March 2026, 20:14

Immobilienkauf in Deutschland: Warum Wohneigentum immer teurer wird

Schwarz-weißes Architekturzeichnung eines Hauses mit zahlreichen Fenstern und einem Dach, das als erstes Haus in Deutschland bezeichnet wird, begleitet von detaillierten Plänen und Text.

Immobilienkauf in Deutschland: Warum Wohneigentum immer teurer wird

Immobilienbesitz in Deutschland wird immer teurer – durch steigende Steuern, strenge Vorschriften und zusätzliche Kosten. Nun schlägt der Ökonom Marcel Fratzscher noch höhere Abgaben auf Immobilien vor, die vor allem Wertsteigerungen von Grundstücken erfassen sollen, die oft auf Inflation und nicht auf tatsächliche Gewinne zurückgehen. Doch bereits jetzt kämpfen Käufer mit hohen Zusatzkosten und einem Steuersystem, das im Laufe der Zeit immer belastender geworden ist.

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Der Kauf einer Immobilie in Deutschland ist mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden, die weit über den Kaufpreis hinausgehen. Zusätzliche Kosten wie Maklerprovisionen, Notargebühren und die Grunderwerbsteuer treiben den Gesamtpreis um mindestens 10 Prozent in die Höhe. In Nordrhein-Westfalen beträgt die Grunderwerbsteuer allein bereits 6,5 Prozent, während strenge Bauvorschriften die Baukosten weiter nach oben treiben.

Auch Hypotheken sind in Deutschland schwerer zu erhalten als in vielen anderen Ländern, was den Weg ins Wohneigentum zusätzlich erschwert. Gleichzeitig wird Mieten vom Staat stark subventioniert, was den Markt weiter verzerrt. Am Ende zahlen viele Käufer bis zur vollständigen Tilgung ihres Darlehens oft das Eineinhalbfache des ursprünglichen Kaufpreises.

Seit der Grundsteuerreform 2025 hat sich die Steuerlast weiter verschärft. Aktualisierte Grundstücksbewertungen – basierend auf Marktpreisen von 2022 statt auf veralteten Werten von 1964 oder 1935 – führen bei vielen Eigentümern zu höheren Abgaben. Da die Kommunen die Hebesätze selbst festlegen, gibt es große regionale Unterschiede. In Hamm (NRW) steigt der Satz ab 2026 auf 834 Prozent, während Mittelbaar den B-Satz von 250 auf 320 Prozent erhöht hat. Rheinland-Pfalz verzeichnet im Bundesmodell einige der stärksten Anstiege – viele Hausbesitzer müssen nun deutlich mehr zahlen.

Hinzu kommen zwingende Investitionen, um die staatlichen Klimaziele zu erfüllen. Politiker betrachten Immobilien zunehmend als wichtige Einnahmequelle, was den Druck auf ein ohnehin belastetes System weiter erhöht.

Fratzschers Vorschläge zielen auf noch höhere Steuern auf Bodenwertsteigerungen ab – doch ein Großteil dieser Gewinne resultiert aus Geldentwertung und nicht aus realen Erträgen. Während Käufer bereits weit mehr als den Kaufpreis zahlen und Eigentümer mit steigenden Grundsteuern kämpfen, wird die finanzielle Belastung für den deutschen Immobilienmarkt voraussichtlich weiter wachsen. Die Kombination aus Reformen, Gebühren und klimabedingten Kosten könnte Wohneigentum in den kommenden Jahren noch unerschwinglicher machen.

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