Hagener Apotheken streiken für faire Löhne und Reformen
Apotheken in Hagen schließen am 23. März 2023 im Rahmen eines bundesweiten Protests
Am 23. März 2023 bleiben alle Apotheken in Hagen geschlossen – als Teil einer landesweiten Protestaktion. Inhaber und Mitarbeiter fordern gerechtere Bezahlung und eine Anpassung der festen Abgabegebühr. Sie werfen den Krankenkassen vor, bei den Löhnen mit zweierlei Maß zu messen.
Von dem eintägigen Streik sind alle 27 Apotheken der Stadt betroffen. Die Beschäftigten reisen nach Düsseldorf, um an einer Großkundgebung teilzunehmen. Ihr Ziel: die Umsetzung von Reformen, die bereits im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbart wurden. Eine zentrale Forderung ist die Erhöhung der pauschalen Abgabegebühr pro verpacktem Medikament, die laut Apothekerinnen und Apothekern seit Jahren nicht an die gestiegenen Kosten angepasst wurde.
Der Protest knüpft an eine größere Demonstration im November 2023 an, als sich 3.500 Apotheken aus Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt in Dresden versammelten. Damals protestierten die Mitarbeiter vor der Semperoper und forderten Maßnahmen gegen die wachsende Lohnscheere zwischen Apothekenangestellten und Beschäftigten der Krankenkassen. Die Apothekeninhaber kritisieren, dass die Kassen faire Lohnanpassungen verweigern, während sie gleichzeitig von den Apotheken Einsparungen verlangen.
Gesundheitsministerin Nina Warken gerät nun unter Druck, die vereinbarte Apothekenreform endlich umzusetzen. Um die Versorgung der Bevölkerung zu sichern, bleibt die Bereitschaftsapotheke Victoria in Wehringhausen während des Streiks für Notfälle geöffnet.
Der Protest spiegelt die seit Langem schwelende Unzufriedenheit über Lohnungerechtigkeiten und nicht eingelöste Reformversprechen wider. Da sich alle Hagener Apotheken beteiligen, soll die Kundgebung in Düsseldorf die Politik zum Handeln zwingen. Das Ergebnis könnte entscheiden, ob es zu weiteren Streiks oder Verhandlungen kommt.






