21 March 2026, 10:11

1.024 politische Schimpfwörter: Wenn Beleidigungen teuer werden

Cartoon-Gesichter zeigen Frustration mit dem Text "Das ist einige harte germanische Scheiße, in die du dich da reingeritten hast."

1.024 politische Schimpfwörter: Wenn Beleidigungen teuer werden

Ein deutscher Jurist und Sprachwissenschaftler hat eine Liste mit über tausend neuen politischen Schimpfwörtern zusammengestellt. Roger "Flaming" Reisertsch, Spezialist für die Erforschung von Beleidigungen – auch als Malediktologie bekannt –, zeigt in seiner Arbeit die juristischen Risiken und kreativen Varianten moderner Schimpftiraden in Deutschland auf.

Seine Forschungsergebnisse belegen, dass die Bezeichnung einer Person als SPD-Anhänger Bußgelder von bis zu 2.500 Euro nach sich ziehen kann. Dagegen kostet es rund 1.200 Euro, einen AfD-Politiker als Nazischlampe zu beschimpfen – wobei die genaue Summe davon abhängt, ob die Abkürzung NS verwendet wird.

Besonders heikel bleiben tierbezogene Beleidigungen, die häufig Ehrverletzungsklagen und sogar Klagen von PETA nach sich ziehen. Obst- oder Gemüsevergleiche sind dagegen seltene Ausnahmen – mit Ausnahme des Wortes Pflaume, das nach wie vor als kränkend gilt.

In seinem Buch und auf der Website gibmirkeinetiernamen.de hat der Sprachwissenschaftler 1.024 von Politikern inspirierte Schimpfwörter gesammelt – von Du Orban! bis Du blöder Trump! Solche Ausdrücke mögen in Deutschland juristisch unbedenklich sein, in den USA oder Ungarn könnten sie jedoch Probleme verursachen.

Reisertsch stellt fest, dass viele traditionelle Schimpfwörter mit der Zeit an Schärfe verloren haben. Um Klagewellen zu entgehen, rät er dazu, stattdessen die Namen von Politikern zu verwenden – anstelle klassischer Kraftausdrücke.

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Die Studie verdeutlicht, wie politische Beleidigungen in Deutschland mit unterschiedlichen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen verbunden sind. Reisertschs Sammlung bietet Alternativen, um Verleumdungen zu vermeiden und gleichzeitig die Tradition der scharfzüngigen Kritik am Leben zu halten. Seine Arbeit bleibt online für alle zugänglich, die sich für die sich wandelnde Kunst der verbalen Abkanzelung interessieren.

Quelle