Zwei Jahre nach Solinger Brandanschlag: Opfer kämpfen noch immer um Gerechtigkeit
Kilian SchlosserZwei Jahre nach Solinger Brandanschlag: Opfer kämpfen noch immer um Gerechtigkeit
Zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag in Solingen warten Überlebende und Angehörige der Opfer noch immer auf Entschädigungen. Das Feuer, das in den frühen Morgenstunden des 25. März 2024 gelegt wurde, forderte vier Menschenleben und verletzte sechs weitere schwer. Bei einer heutigen Gedenkveranstaltung, zu der etwa 100 Teilnehmer erwartet werden, wird des Jahrestags gedacht.
Daniel S., damals 39 Jahre alt, hatte das Feuer in einem Wohngebäude in der Grünewalder Straße gelegt. Sein Motiv: den eigenen Status auf Kosten anderer steigern. Der Anschlag zerstörte das Leben einer jungen Familie, während ein Paar mit seinem Kleinkind durch einen Sprung aus dem dritten Stock überlebte.
Im Juni 2024 verurteilte ein Gericht Daniel S. zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Doch finanzielle Unterstützung für die Opfer steht weiterhin aus. Das Bundesamt für Justiz zahlt nur dann Entschädigungen, wenn die Tat von Rassismus, Antisemitismus oder Staatsfeindlichkeit motiviert war – was hier nicht zutraf.
Das junge Paar, das mit seinem Kind entkommen konnte, beantragt nun Hilfe nach dem Opferentschädigungsgesetz. Die Eltern der getöteten Familie sehen sich hingegen mit einer weiteren Hürde konfrontiert: Sie müssen schwere psychische Traumata nachweisen, um Anspruch zu haben. Doch da sie in Bulgarien leben, wo der Zugang zu medizinischer Versorgung eingeschränkt ist, gestaltet sich dies schwierig.
Die Opferberatung Rheinland unterstützt die Betroffenen weiterhin, doch viele kämpfen noch immer mit den Folgen jener Nacht. Die heutige Gedenkveranstaltung ehrt die vier Opfer des Anschlags. Für Überlebende und Angehörige zieht sich der Kampf um Entschädigung jedoch hin – ohne Nachweis spezifischer Motive oder Traumata bleiben ihre Ansprüche in der Schwebe.






