Studie widerlegt Mythen: Deutsches Rentensystem ist stabiler als gedacht
Oswin MargrafStudie widerlegt Mythen: Deutsches Rentensystem ist stabiler als gedacht
Eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung stellt gängige Annahmen über das deutsche Rentensystem infrage. Sie kommt zu dem Schluss, dass das Finanzierungsmodell stabiler ist als allgemein angenommen. Die Erkenntnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung Reformen des Rentensystems vorbereitet.
1997 lagen die Ausgaben für Renten bei 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Bis 2024 sank dieser Wert auf 9,3 Prozent – trotz einer gestiegenen Zahl an Rentnern. Die Studie verweist zudem auf einen Rückgang der Bundeszuschüsse zur gesetzlichen Rente: 2003 machten diese noch 34 Prozent der Gesamteinnahmen aus, 2024 waren es nur noch 29 Prozent.
Gemessen am gesamten Bundeshaushalt liegen die Zuschüsse des Bundes für die Rente 2024 leicht unter dem Niveau der Jahrtausendwende. Der aktuelle Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung beträgt 18,6 Prozent und liegt damit unter den Werten der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre. Die Studie betont außerdem, dass die Auszahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) für jüngere wie ältere Beitragszahler eine positive interne Rendite bieten.
Eine Regierungskommission finalisiert derzeit ihre Empfehlungen für die Rentereform. Die Studienergebnisse liefern eine sachliche Grundlage für die anstehenden Diskussionen.
Der Bericht zeigt einen langfristigen Rückgang der Rentenausgaben im Verhältnis zum BIP und zu den Einnahmen. Auch die Beitragssätze sind über die Jahre gesunken. Diese Entwicklungen könnten die geplanten Reformen beeinflussen, um die Nachhaltigkeit des Systems zu sichern.






