12 March 2026, 08:11

Stadtwerke-Chef Hermes tritt nach Bonner Immobilienskandal zurück

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Stadtwerke-Chef Hermes tritt nach Bonner Immobilienskandal zurück

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke, hat seinen Rücktritt bekanntgegeben – mitten in einem anhaltenden Immobilienskandal in Bonn. Im Mittelpunkt der Affäre stehen Vorwürfe politischer Einflussnahme bei einem Grundstücksgeschäft auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar, die Hermes selbst im vergangenen Dezember aufgedeckt hatte. Trotz der weiterhin erklärten Rückendeckung durch den Aufsichtsrat besteht er auf die Endgültigkeit seiner Entscheidung und plant, bis zum Sommer zurückzutreten.

Hermes hatte den Skandal bereits im Dezember öffentlich gemacht, als er enthüllte, dass lokale Politiker versucht hätten, Druck auf den kommunalen Versorger auszuüben, um dessen Pläne für das Hangelar-Gelände zu vereiteln. Eine spätere juristische Prüfung deutete darauf hin, dass das Verfahren möglicherweise nicht frei von externen Einflüssen oder Interessenkonflikten war. Die Erkenntnisse veranlassten die Bonner Stadtwerke, einen vertraulichen Bericht an die Staatsanwaltschaft Bonn zur weiteren Prüfung weiterzuleiten.

Der Aufsichtsrat hat Hermes und der Geschäftsführung wiederholt sein volles Vertrauen ausgesprochen und zur weiteren Zusammenarbeit aufgerufen. Doch Hermes, der das Unternehmen 2022 übernommen hatte, lässt keinen Zweifel an seinem Entschluss: Ein Bleiben kommt für ihn nicht infrage. Sein Abgang fällt in eine kritische Phase, in der der Versorger gleichzeitig große Investitionen vorbereitet und Sparmaßnahmen ergreifen muss, um den öffentlichen Nahverkehr in der Region zu stützen.

Bisher liegt keine offizielle Stellungnahme der Bonner Staatsanwaltschaft zum übermittelten Bericht vor. Die Ermittlungen laufen noch, konkrete Schritte wurden bisher nicht bekannt gegeben.

Hermes' Rücktritt wird bis zum Sommer wirksam – und hinterlässt die Bonner Stadtwerke vor der doppelten Herausforderung, sowohl die finanziellen als auch die durch den Immobilienskandal verursachten Probleme zu bewältigen. Das Unternehmen muss nun die in dem Bericht aufgeworfenen rechtlichen Bedenken klären und zugleich seine Investitionspläne vorantreiben. Das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Prüfung könnte die weiteren Schritte des Versorgers zusätzlich prägen.

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