Rätselhafte Zinnvase von Kayser: Ein vergessener Schatz im Deutschen Zinnmuseum
Oswin MargrafRätselhafte Zinnvase von Kayser: Ein vergessener Schatz im Deutschen Zinnmuseum
Eine seltene Zinnvase aus der Gießerei J. P. Kayser in Krefeld ist nun im Deutschen Zinnmuseum ausgestellt. Das monumentale Stück, verziert mit filigranen Rosenapplikationen, entstand nach 1908 und ist in historischen Handelsaufzeichnungen nicht dokumentiert. Dr. Marilena Calcara, die Forschungsleiterin des Museums, leitet nun die Bemühungen, mehr über das Erbe der Marke zu erfahren.
Die Gießerei Kayser war von etwa 1880 bis 1910 in Krefeld-Oppum ansässig und spezialisierte sich auf Zinn- und Messingobjekte. Das 1851 gegründete Unternehmen machte sich mit aufwendigen Designs einen Namen, wobei Engelbert Kayser die kreative Ausrichtung prägte. Zu den erhaltenen Werken zählen zwei Messing-Weinkühler, die ebenfalls im Deutschen Zinnmuseum zu sehen sind.
Die neu ausgestellte Vase besticht durch ihre Größe und handwerkliche Qualität. Im Gegensatz zu vielen anderen Kayser-Stücken existieren weder Fotos noch Katalogeinträge von früheren Ausstellungen. Das Museum besitzt bereits mehrere Messinggegenstände mit der Kayser-Markierung, doch diese Vase gibt neue Einblicke in die spätere Produktion des Unternehmens.
Kayserzinn ist bei Sammlern und Institutionen weltweit weiterhin sehr begehrt. Um seine Bestände zu erweitern, bittet das Deutsche Zinnmuseum die Öffentlichkeit, Informationen über eventuell im Besitz befindliche Kayser-Objekte zu teilen.
Die Vase bleibt bis zum 30. November 2025 zu sehen. Die Forscher hoffen, dass die Ausstellung neue Erkenntnisse über Kaysers Schaffen und Techniken zutage fördert. Mit dem Aufruf an die Öffentlichkeit will das Museum ein umfassenderes Bild dieser einflussreichen deutschen Gießerei zeichnen.






