16 March 2026, 18:18

Pflege zu Hause: 86 Prozent setzen auf Angehörige – doch die Kosten explodieren

Ein Flussdiagramm, das die Arten von medizinischen Kosten darstellt, die mit Vorerkrankung, Gesundheit und Gesundheitsergebnissen verbunden sind, mit Kästchen, die 'Vorerkrankung', 'Gesundheit', 'Versicherung' und 'Kosten' beschriften und durch Pfeile verbunden sind.

Pflege zu Hause: 86 Prozent setzen auf Angehörige – doch die Kosten explodieren

Die große Mehrheit der Menschen, die in Deutschland auf Langzeitpflege angewiesen sind, wird zu Hause versorgt. Aktuellen Zahlen zufolge erhalten 85,9 Prozent Unterstützung in den eigenen vier Wänden – mehr als die Hälfte davon ausschließlich durch Angehörige. Doch die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Familien unterscheidet sich je nach Pflegesetting beträchtlich.

Laut offiziellen Daten sind 54,5 Prozent der Pflegebedürftigen in Deutschland vollständig auf ihre Angehörigen angewiesen. Diese Familienmitglieder leisten oft einen enormen Zeitaufwand: Im Schnitt sind es 49 Stunden pro Woche, ein Viertel engagiert sich sogar mehr als 57 Stunden unentgeltlich in der Pflege.

Die Kosten für die häusliche Pflege variieren stark. Die monatlichen Eigenanteile liegen zwischen 340 und 7.441 Euro, der Median beträgt 2.085 Euro. Bei schwerer Pflegebedürftigkeit können die persönlichen Zuschüsse über 7.000 Euro im Monat betragen. Zum Vergleich: Heimbewohner zahlen im ersten Jahr durchschnittlich 3.245 Euro monatlich, wobei regionale Unterschiede die Spanne zwischen 2.200 und 3.500 Euro bestimmen.

Der Bundesverband der Angehörigenpflegenden ("wir pflegen!" e.V.) kritisiert die finanzielle Schieflage zwischen ambulantem und stationärem Bereich. Trotz des sozialpolitischen Grundsatzes, der die häusliche Pflege fördert, bleibt die Kostendifferenz erheblich. Der gesetzliche Mindestlohn für examiniertes Pflegepersonal lag im Juli 2025 bei 17,35 Euro pro Stunde.

Rechtlich haben Pflegebedürftige das Wahlrecht, wo und in welcher Form sie versorgt werden möchten.

Die deutlichen Kostenunterschiede verdeutlichen die Herausforderungen für Familien und Pflegende. Zwar bleibt die häusliche Pflege die häufigste Lösung, doch die finanzielle Belastung fällt sehr unterschiedlich aus. Das System ermöglicht zwar individuelle Entscheidungen – doch die wirtschaftlichen Realitäten zwischen ambulant und stationär könnten kaum gegensätzlicher sein.

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