NRWs Wälder zeigen erste Erholung – doch die Krise bleibt dramatisch
Adeline SchmiedeckeNRWs Wälder zeigen erste Erholung – doch die Krise bleibt dramatisch
Wälder in Nordrhein-Westfalen zeigen erste Anzeichen der Erholung – doch die Lage bleibt dramatisch
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen verwies auf leichte Verbesserungen, doch Kritiker halten die Krise für alles andere als überwunden. Neue Daten belegen anhaltende Schäden: Nur ein Bruchteil der Bäume ist noch in gutem Zustand.
Eine aktuelle Erhebung ergab, dass lediglich 29 Prozent der Bäume in der Region über eine voll intakte, gesunde Krone verfügen – ein leichter Anstieg um zwei Prozentpunkte gegenüber 2024. Besonders betroffen sind Eichen: Nur sieben Prozent weisen noch unversehrte Kronen auf. Buchen sind etwas weniger stark geschädigt – 24 Prozent gelten als unbeschädigt, 40 Prozent zeigen nur leichte Beeinträchtigungen.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stufte Südwestfalen als eine der am stärksten von Waldsterben betroffenen Regionen Deutschlands ein. Gleichzeitig hat sich durch den Klimawandel das Waldbrandrisiko deutlich verschärft. Seit 2020 sind die gefährdeten Waldflächen um 25 bis 30 Prozent gewachsen. Besonders betroffen sind Gebiete wie Viersen, Duisburg und Siegen-Wittgenstein, die unter extremer Trockenheit leiden. In über 70 Prozent der Wälder dort herrscht mittlerweile hohe Brandgefahr.
Gorißen forderte mehr Respekt der Bevölkerung gegenüber den Wäldern und warnte vor Vandalismus und illegalen Aktivitäten. Positiv hob sie hervor, dass vermehrt junge, klimaresistente Bäume gepflanzt würden. Die Opposition, darunter die SPD, warf ihr jedoch vor, die Krise zu verharmlosen. Als Rückschlag für die Erholungsbemühungen kritisierten sie die von der CDU-Grünen-Koalition beschlossenen Kürzungen: 2026 sollen die Mittel für Forstwirtschaft und Holzindustrie um 4,3 Millionen Euro gekürzt werden.
Trotz einzelner positiver Entwicklungen stehen Nordrhein-Westfalens Wälder weiterhin vor enormen Herausforderungen. Die Waldbrandgefahr steigt weiter an, und die Kürzungen bei den Fördergeldern stoßen auf scharfe Kritik. Die langfristige Erholung der Region hängt davon ab, ob es gelingt, widerstandsfähige Bäume zu pflanzen und die bestehenden Wälder wirksam zu schützen.






