Mut in Flammen: Neun Retter erhalten höchste Auszeichnung NRWs nach brutalen Angriff
Oswin MargrafMut in Flammen: Neun Retter erhalten höchste Auszeichnung NRWs nach brutalen Angriff
Vor zweieinhalb Jahren entkamen neun Rettungskräfte nur knapp dem Tod bei einem brutalen Angriff in Ratingen. Acht von ihnen trugen bleibende Verletzungen davon. Nun wird ihr Mut mit der höchsten Auszeichnung Nordrhein-Westfalens für Retter gewürdigt.
Am 7. November 2025 wird ihnen die Staatsrettungsmedaille in einer Feierstunde überreicht, die von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ausgerichtet wird.
Der Angriff ereignete sich, als sich der 57-jährige Frank P. in seiner Ratinger Wohnung verschanzte. Ermittler stellten später fest, dass er wochenlang mit der Leiche seiner Mutter gelebt hatte. Als die Einsatzkräfte eintrafen, zündete P. ein Gas-Luft-Gemisch an – die folgende gewaltige Explosion hüllte die Retter in Flammen.
Betroffen waren fünf Feuerwehrleute, zwei Polizisten, ein Rettungssanitäter und ein Notarzt. Trotz schwerster Verletzungen gelang es ihnen, einander das Leben zu retten. Eine 25-jährige Polizistin lag zwei Monate im Koma, kehrte aber mittlerweile – gemeinsam mit ihrem Kollegen – in den Dienst zurück. Andere hingegen können ihrer Arbeit bis heute nicht wieder nachgehen, wie die Feuerwehr Ratingen mitteilte.
Frank P. wurde später wegen fünffachen versuchten Mordes verurteilt. Das Gericht sah in seinen Taten eine tief verwurzelte Staatsfeindlichkeit. Er erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit zur vorzeitigen Entlassung für 15 Jahre.
Die bevorstehende Ehrung in Gelsenkirchen würdigt die neun Einsatzkräfte für ihren Mut unter Extrembedingungen. Die Staatsrettungsmedaille anerkennt nicht nur ihr Handeln an jenem Tag, sondern auch ihren langwierigen Weg der Genesung von lebensverändernden Verletzungen.
Die Zeremonie am 7. November ist die erste offizielle Würdigung der Retter seit dem Angriff. Während einige in ihren Beruf zurückkehren konnten, kämpfen andere noch immer mit den Folgen ihrer Verletzungen. Die Auszeichnung unterstreicht sowohl ihre Tapferkeit als auch die bleibenden Spuren der Gewalt, der sie ausgesetzt waren.






