Markenstreit um "Zugente": Wiesbadener Karneval ändert Tradition wegen Mainz
Kilian SchlosserMarkenstreit um "Zugente": Wiesbadener Karneval ändert Tradition wegen Mainz
Mainzer und Wiesbadener Karnevalstradition führt zu Rechtsstreit
Eine langjährige Karnevalstradition hat einen juristischen Streit zwischen Mainz und Wiesbaden ausgelöst. Im Mittelpunkt steht der Name einer Wagenfigur, die jeweils das Ende der Umzüge in beiden Städten markiert. Jahrelang signalisierte die Figur das Ausklingen der Feierlichkeiten – doch nun zwingt ein Markenkonflikt Wiesbaden zu einer Änderung.
Die umstrittene Figur, in Mainz als "Zugen(d)te" bekannt, beendet traditionell den Rosenmontagszug. Der Name ist dort als Marke eingetragen, sodass nur Mainz ihn nutzen darf. Die Wiesbadener Variante, die seit etwa 20 Jahren den Fastnachtssonntagszug beschließt, war bisher ohne Probleme im Einsatz.
Anders als die gelb befiederte "Zugente" aus Mainz trägt die Wiesbadener Figur weiße Federn, eine Warnweste und einen Besen. Ihr Aussehen sorgte ebenfalls für Diskussionen – viele meinen, sie sehe eher einer Gans als einer Ente ähnlich. Deshalb wurde sie in "Gans am End" (Gans am Ende) umbenannt.
Um rechtliche Schritte zu vermeiden, hat Wiesbaden die ursprüngliche Beschriftung vom Wagen entfernt. Die Änderung sichert die Einhaltung der Mainzer Markenrechte, während die Tradition in neuer Form fortlebt.
Der überarbeitete Wagen wird weiterhin das Ende des Wiesbadener Umzugs markieren – nun unter einem anderen Namen. Der Rechtsstreit zeigt, wie gemeinsame Bräuche zu unerwarteten Konflikten führen können. Vorerst wird die "Gans am End" ohne weiteren Widerspruch ihren Platz im Zug einnehmen.






