Lamin Leroy Gibba revolutioniert mit Black Fruits das deutsche Fernsehen
Adeline SchmiedeckeDu hast keine Rollen für Schwarze Menschen? Dann 'Auf Wiedersehen, Deutschland!' - Lamin Leroy Gibba revolutioniert mit Black Fruits das deutsche Fernsehen
Lamin Leroy Gibba erhält den Bayerischen Fernsehpreis für seine ARD-Serie Black Fruits. Die von ihm kreierte, geschriebene und Hauptrolle tragende Produktion setzt sich mit Rassismus, Sexismus und Homophobie im Alltag auseinander. Gibbas Werk markiert einen Wandel im deutschen Fernsehen, wo queere Perspektiven längst keine klischeehaften Nebenrollen mehr spielen, sondern zunehmend im Zentrum vielschichtiger Erzählungen stehen.
Gibbas Weg begann in Deutschland, wo er bereits mit elf Jahren rassistische Diskriminierung erlebte. Nach einem Studium in Schauspiel, Regie und Drehbuch an der New School der New York University verbrachte er fünf Jahre in den USA, bevor er mit dem Konzept für Black Fruits nach Berlin zurückkehrte. Die Serie wurde zu einer persönlichen Mission – nicht nur entwickelte er sie, sondern übernimmt auch die Hauptrolle des Lalo.
Noch vor Black Fruits wurden queere Figuren im deutschen Fernsehen oft als tragische oder stereotyp gezeichnete Charaktere dargestellt, wie etwa in Serien der frühen 2000er-Jahre wie SK Kölsch. Bis 2025 erreichten LGBTQ+-Themen mit einem Rekordanteil von 6,5 Prozent am Fernsehprogramm eine neue Dimension – mit mainstreamtauglicher Repräsentation und positiven Erzählsträngen, inspiriert von internationalen Erfolgen wie Red, White & Royal Blue. Zwar bleiben Daten zu schwarzen Perspektiven rar, doch der Trend spiegelt einen breiteren Wandel in den europäischen Medien wider.
Gibbas Karriere umfasst frühe Auszeichnungen, darunter einen Platz auf der Forbes-Liste "30 Under 30". Zudem beteiligte er sich 2021 an der Initiative Act Out, in der sich über 180 queere Schauspieler:innen für mehr Sichtbarkeit in der Branche einsetzten. Neben dem Bayerischen Fernsehpreis wurde Black Fruits auch für den renommierten Grimme-Preis nominiert – ein weiterer Beleg für ihre Strahlkraft.
Der Bayerische Fernsehpreis unterstreicht Gibbas Rolle bei der Neuerfindung deutscher Erzählkultur. Black Fruits besticht durch seinen schonungslosen Blick auf diskriminierende Überschneidungen und zeigt zugleich: Das Publikum sehnt sich nach vielfältigen Geschichten. Der Erfolg der Serie, gekrönt von der Grimme-Preis-Nominierung, beweist ihren Einfluss auf die sich wandelnde Medienlandschaft des Landes.






