Kürzungen bei Antidiskriminierungsprojekten: Schulen kämpfen um ihre Programme gegen Rassismus
Angela DietzKürzungen bei Antidiskriminierungsprojekten: Schulen kämpfen um ihre Programme gegen Rassismus
Kürzungswelle bei Antidiskriminierungsprojekten an deutschen Schulen – Pädagogen und Aktivisten schlagen Alarm
An deutschen Schulen sind zahlreiche Projekte gegen Diskriminierung von drastischen Kürzungen betroffen – eine Entwicklung, die bei Lehrkräften und Aktivisten auf große Besorgnis stößt. Die Maßnahme kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Lehrer ohnehin schon mit Unsicherheiten über die politische Neutralität im Unterricht kämpfen und Themen wie Rassismus und Extremismus dadurch noch schwerer zu behandeln sind. Nun hat sich ein Bündnis mit einer Petition unter dem Titel "Schulen stellen sich quer" gegen die Veränderungen zur Wehr gesetzt.
Betroffen von den Streichungen sind vor allem langjährig etablierte Initiativen, darunter das Demokratiefestival Köln, das eigentlich mehrjährige Fördergelder erhalten hatte. Viele der gestrichenen Projekte konzentrieren sich auf Ostdeutschland, wo die Unterstützung für rechtsextreme Positionen besonders ausgeprägt ist. Zu den betroffenen Organisationen zählen 180 Grad Wende und Transaidency, die beide mit dem Genoveva-Gymnasium von Felix Bjerke in Köln zusammenarbeiten.
An Bjerkes Schule, wo 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund haben, werden in Workshops Themen wie Antirassismus, Extremismusprävention, Antisemitismus und Verschwörungstheorien behandelt. Bjerke koordiniert dort das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", das Teil eines bundesweiten Netzwerks mit rund 5.000 Schulen ist. Das Programm ermutigt Schüler und Lehrkräfte, sich offen gegen Diskriminierung zu stellen.
Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verteidigt die Umverteilung der Mittel mit dem Argument, das bisherige Programm habe zu sehr eine "linksliberale" Zielgruppe bedient. Kritiker warnen jedoch, dass die Kürzungen die Bemühungen schwächen werden, Hass im Klassenzimmer entgegenzutreten. Die Petition "Schulen stellen sich quer" fordert nun mehr Unterstützung für Lehrkräfte, die sich diesen Herausforderungen stellen.
Durch die Änderungen bleiben viele Projekte in der Schwebe, zwingen Schulen dazu, ihre Herangehensweise an Rassismus und Extremismus neu zu überdenken. Angesichts der Tausenden Schulen, die in der Antidiskriminierungsarbeit aktiv sind, könnten die Kürzungen die Art und Weise, wie diese Themen vermittelt werden, grundlegend verändern. Der Erfolg der Petition wird mitentscheiden, ob Lehrkräfte die Unterstützung erhalten, die sie dringend benötigen.






