04 April 2026, 16:12

Kult-Fischrestaurant in Berlin droht nach 32 Jahren das Aus durch Bahn-Kündigung

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Berlin auf dem Cover, das Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Kult-Fischrestaurant in Berlin droht nach 32 Jahren das Aus durch Bahn-Kündigung

Beliebtes türkisches Fischrestaurant in Berlin steht nach 32 Jahren vor dem Aus

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Ergüns Fischbude, das seit fast 32 Jahren in den historischen S-Bahn-Bögen im Westen Berlins ansässig ist, muss schließen – weil die Deutsche Bahn den Mietvertrag nicht verlängert. Die Nachricht löst bei Anwohnern Bestürzung aus, die darin einen weiteren Schlag gegen die kleinen Betriebe und das kulturelle Erbe der Stadt sehen.

Ergün Amca eröffnete das Restaurant 1992, nachdem er als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen war. Aus dem Nichts baute er einen Betrieb auf, der für frischen Fisch und eine herzliche Atmosphäre bekannt wurde. Über die Jahrzehnte entwickelte sich die Fischbude zu einer Institution im Viertel – geöffnet dienstags bis samstags von 16 bis 21 Uhr sowie sonntags und montags bis 22 Uhr.

Geschäftsführerin Mine Centinbas vermutet, dass die Kündigung des Mietvertrags mit Brandschutzbedenken zusammenhängt. Die Deutsche Bahn hat jedoch keine klare Begründung geliefert. Die Schließung reiht sich in eine Serie ähnlicher Fälle ein, bei denen das Unternehmen Mietverträge in historischen Bahngebäuden – etwa am Anhalter Bahnhof oder am Westkreuz – beendete und Räumungen oft gerichtlich durchsetzte.

Frühere rechtliche Auseinandersetzungen von Mietern, darunter Klagen vor den Berliner Verwaltungsgerichten zwischen 2018 und 2022, konnten solche Schließungen zwar verzögern, aber selten verhindern. Auch politische Initiativen wie Denkmalschutzmaßnahmen des Senats oder Petitionen von Grünen und Linken blieben weitgehend wirkungslos. Nun haben die Besitzer eine Spendenkampagne gestartet, um das Restaurant in letzter Minute zu retten.

Ein konkretes Schließungsdatum steht noch nicht fest. Unterstützer finden aktuelle Informationen und können auf der Website des Restaurants unter www.erguns-fischbude.de spenden.

Für viele Berliner endet mit Ergüns Fischbude eine Ära. Ohne neuen Mietvertrag oder erfolgreiche Spendenaktion wird die lange Tradition, unter den S-Bahn-Bögen Fisch zu servieren, Geschichte sein. Die Schließung unterstreicht einmal mehr die wachsenden Herausforderungen, mit denen kleine, unabhängige Betriebe in der sich wandelnden Stadt konfrontiert sind.

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