26 April 2026, 12:14

Kölner Archiv-Einsturz 2009: Wie Baupfusch zwei Leben und Jahrhunderte Geschichte zerstörte

Schwarzes und weißes Foto einer Stadt nach einer Katastrophe am 5. Juni 1892, das beschädigte Gebäude, Strommasten, Rauch und einen Hügel im Hintergrund zeigt, mit Text unten.

Kölner Archiv-Einsturz 2009: Wie Baupfusch zwei Leben und Jahrhunderte Geschichte zerstörte

Ein tragischer Einsturz zerstörte 2009 das Historische Archiv der Stadt Köln – mitsamt unersetzlichen Schätzen

Am 3. März 2009 stürzte während des Baus der Nord-Süd-U-Bahn-Strecke das Historische Archiv der Stadt Köln ein. Zwei junge Männer kamen ums Leben, als benachbarte Häuser mit in die Tiefe rissen. Die Katastrophe vernichtete zudem jahrhundertealte, unwiederbringliche Dokumente und hinterließ die Stadt vor einer langen Phase des Wiederaufbaus.

Der Einsturz ereignete sich, als Bauarbeiter Tunnel für die neue U-Bahn-Linie aushöhlten. Spätere Untersuchungen förderten eine erschütternde Mischung aus gefälschten Bauberichten, gestohlenen Stahlträgern und tiefgreifenden organisatorischen Versäumnissen zutage. Verantwortlich für das Projekt war die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) – ohne vorherige Erfahrung mit derart groß angelegten Vorhaben.

Monatelang durchsuchten Rettungskräfte die Trümmer nach Papierfragmenten. Noch bis 2010 konnten einige Dokumente geborgen werden, doch Schätzungen zufolge ist ein Drittel der 1,7 Millionen Archivstücke – die tausend Jahre Kölner Geschichte umspannen – für immer verloren. Die Restaurierung der geretteten Bestände wird voraussichtlich bis 2050 andauern.

Die Baustelle selbst blieb 17 Jahre lang weitgehend unberührt; erst 2023 wurden Teile des Kraters verfüllt. Nach dem Unglück folgten juristische Verfahren: 2018 erhielten der Bauleiter und der verantwortliche Projektmanager Bewährungsstrafen, doch 2024 wurden alle Anklagen schließlich fallengelassen.

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Nun soll die provisorische Betonabdeckung entfernt werden – die seit langem verzögerten U-Bahn-Arbeiten können fortgesetzt werden.

Der Einsturz hinterließ in Köln tiefe Spuren: Er kostete Menschen das Leben und raubte der Stadt einen unermesslichen historischen Schatz. Zwar geht der U-Bahn-Bau nun endlich voran, doch die verlorenen Dokumente sind für immer unwiederbringlich. Die rechtlichen und praktischen Folgen der Katastrophe beschäftigen die Stadt seit über einem Jahrzehnt.

Quelle