16 March 2026, 16:15

Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Trend bleibt alarmierend

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus-Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Trend bleibt alarmierend

Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen ist 2025 leicht zurückgegangen. Im vergangenen Jahr verließen 84.440 Menschen offiziell die Kirche – nach 86.946 im Jahr 2024. Trotz dieses leichten Rückgangs bleibt der langfristige Trend der letzten zehn Jahre deutlich: 2024 verzeichnete mit rund 180.000 Austritten eines der höchsten jährlichen Austrittszahlen der vergangenen Jahre.

Die katholische Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen ist von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen geschrumpft. Sterbefälle und Austritte übersteigen weiterhin die Zahl der Neuaufnahmen und Taufen. Dennoch verzeichnet das Erzbistum Köln einige positive Signale: Mehr Erwachsene ließen sich taufen, und die Besucherzahlen bei den Gottesdiensten stiegen leicht an.

Generalvikar Guido Assmann wertete diese Zahlen als Anlass für vorsichtigen Optimismus. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hingegen bezeichnete solche Trends als oberflächlich. Er warnte, dass trotz der kleinen Fortschritte ein tiefes Misstrauen gegenüber der Kirche bestehe.

Der Rückgang der Austritte betrifft nicht nur Katholiken. Das Justizministerium des Landes meldete für 2025 im Vergleich zu 2024 weniger Austritte aus sowohl katholischen als auch evangelischen Kirchen.

Die aktuellen Zahlen zeigen eine leichte Verlangsamung der Austrittswelle, doch der langfristige Rückgang der Kirchenmitgliedschaft bleibt unübersehbar. Zwar berichten einige Bistümer von ermutigenden Anzeichen, doch die Gesamtzahl der Katholiken in Nordrhein-Westfalen sinkt weiter. Die Kluft zwischen denen, die die Kirche verlassen, und denen, die ihr beitreten, hat sich bisher nicht spürbar verringert.

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