30 March 2026, 00:13

KI-gestützte Telemedizin revolutioniert Intensivstationen in deutschen Kliniken

Eine Gruppe von Menschen in einem Krankenhauszimmer mit einem Mann, der ein Mikrofon hält, einem drapierten Bett, medizinischen Geräten, einem Röntgengerät, einer Texttafel, einer Tür und Deckenleuchten.

KI-gestützte Telemedizin revolutioniert Intensivstationen in deutschen Kliniken

Deutsche Telemedizin-Plattform erweitert ihre Rolle in der Intensivmedizin in ganz Europa

Die Telemedizin-Plattform Mona TeleICU, entwickelt vom Aachener Unternehmen Clinomic, unterstützt bereits deutsche Krankenhäuser mit Fernkonsilen und KI-gestützten klinischen Werkzeugen. Das System zielt darauf ab, die Patientenüberwachung zu verbessern und gleichzeitig den Arbeitsaufwand des Personals durch Automatisierung und sicheren Datenaustausch zu verringern.

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Clinomic, ein Spin-off der RWTH Aachen und ihres Universitätsklinikums, brachte Mona TeleICU 2019 auf den Markt. Die Plattform ist als Medizinprodukt der Klasse IIa zertifiziert und erfüllt damit strenge Sicherheits- und Leistungsstandards. Für Fernkonsile nutzt sie durchgehend verschlüsselte Verbindungen, um Patientendaten zu schützen.

Das System geht über einfache Audio- und Videokommunikation hinaus: Es überträgt Echtzeit-Messwerte von angebundenen medizinischen Geräten und gibt klinischem Personal so – unabhängig vom Standort – einen vollständigen Überblick über den Patientenzustand. Zu den KI-Funktionen gehören Spracherkennung für die Dokumentation, automatisierte Risikoanalysen (etwa bei Sepsis) sowie Entscheidungsunterstützung für Behandlungsabläufe.

Mona TeleICU ist mit dem Mona PDMS (Patient Data Management System) verknüpft und folgt dem HL7-FHIR-Standard, was eine nahtlose Kompatibilität mit anderen klinischen Plattformen und Medizingeräten ermöglicht. Zudem vereinfacht die Plattform den Zugriff durch kontaktloses Login per Chip-Sensor und Stimmerkennung – das reduziert den administrativen Aufwand für das Personal.

Clinomic erhält Fördermittel für seine Beteiligung an der Europäischen Gesundheitsdatenraum-Initiative (EHDS), konkret für das Projekt "ICUdata4Europe". Ziel der EHDS ist es, Sekundärdaten aus der Intensivmedizin für grenzüberschreitende Forschung und Innovation nutzbar zu machen. Bisher hat jedoch kein EU-Land Mona TeleICU offiziell eingeführt oder sich dem ICUdata4Europe-Projekt angeschlossen; öffentliche Unterlagen geben keinen Aufschluss über den Stand der Dinge.

Aktuell ist Mona TeleICU in mehreren deutschen Krankenhausverbünden im Einsatz und unterstützt dort Fernkonsile sowie die fachübergreifende Zusammenarbeit. Die KI-Tools und der sichere Datenaustausch der Plattform könnten künftig auch in der grenzüberschreitenden Intensivmedizin eine Rolle spielen. Bislang bleibt die Nutzung jedoch auf Deutschland beschränkt – eine EU-weite Einführung steht noch aus.

Quelle