Deutschlands Jazz-König - Klaus Doldinger ist tot - Jazz-Legende Klaus Doldinger mit 89 Jahren friedlich verstorben
Klaus Doldinger, der legendäre deutsche Komponist und Jazzmusiker, ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Er starb am Donnerstagabend friedlich im Schlaf, umgeben von seiner Familie in den eigenen vier Wänden. Sein bahnbrechendes Werk prägte über Jahrzehnte hinweg die deutsche Musikszene, indem er Jazz mit Rock, Blues und elektronischen Klängen verschmolz und so die moderne deutsche Musik mitgestaltete.
Doldingers Karriere begann in den frühen 1950er-Jahren mit der Dixieland-Jazzband The Feetwarmers. Ende der 1960er gründete er die Formation Motherhood und brachte 1971 Passport ins Leben – eine Band, die in fast 50 Jahren über 5.000 Auftritte absolvierte. Mit ihrer unermüdlichen Tourtätigkeit schrieb die Gruppe Jazzgeschichte auf internationaler Ebene.
Seine Musik speiste sich aus Jazz, Soul, lateinamerikanischen Rhythmen und experimentellen elektronischen Klängen. Zusammenarbeit mit Künstlern wie Udo Lindenberg, Benny Golson und Lee Morgan erweiterten seinen Einfluss noch weiter. Lindenberg nannte ihn einst einen "Jazz-Meister", während Golsons Standard "I Remember Clifford" zu einem festen Bestandteil von Doldingers Repertoire wurde.
Neben seinen Live-Auftritten komponierte er unvergessliche Filmmusiken und Fernsehsoundtracks. Zu seinen Werken zählen die Titelmelodie der Kult-Krimireihe Tatort sowie die Musik zu Das Boot, Die unendliche Geschichte und Liebling Kreuzberg. 2015 ehrte ihn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an seinem 85. Geburtstag für seine Verdienste um die Neudefinition improvisierter Musik.
Doldinger hinterlässt ein immenses musikalisches Erbe – von Jazzclubs bis zu Filmpartituren. Sein experimenteller Geist und sein genreübergreifender Ansatz prägten ganze Musikergenerationen. Der Verlust trifft die deutsche Kulturlandschaft tief.