10 April 2026, 16:12

Hitze im Landtag: Wie NRW die wachsende Jugendgewalt stoppen will

Grafik, die die Tötungsdelikte nach Alter des Täters und Waffe von 1976 bis 2004 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

"Etwas hat sich verschoben" - Debatte über Jugendgewalt - Hitze im Landtag: Wie NRW die wachsende Jugendgewalt stoppen will

Landtag von Nordrhein-Westfalen debattiert heftig über steigende Jugendgewalt

Im Landtag von Nordrhein-Westfalen ist es zu einer hitzigen Debatte über die zunehmende Gewalt unter Jugendlichen gekommen. Politiker verschiedener Parteien brachten gegensätzliche Lösungsvorschläge ein – von schärferen Strafen bis hin zu sozialen Unterstützungsprogrammen. Besonders besorgniserregend seien die wachsende Aggressivität, vor allem bei Mädchen und Wiederholungstätern, hieß es.

Eine aktuelle Studie der Universität zu Köln bestätigt diesen Trend: Gewalttätiges Verhalten unter Jugendlichen nimmt zu, insbesondere bei Mädchen und bei jungen Menschen mit Vorstrafen. Christina Kampmann von der SPD führte die Problematik auf familiäre Zerwürfnisse, psychische Belastungen und einen Anstieg der häuslichen Gewalt gegen Kinder zurück.

Während der Debatte forderte die CDU konsequenteres Durchgreifen und schlug vor, das Strafrecht bereits auf 12- oder 13-Jährige anzuwenden. Die FDP ging noch einen Schritt weiter: Marcel Hafke plädierte für "letzte-Chance-Programme" nach Vorbild von Bootcamps für jugendliche Straftäter. Die SPD kritisierte diese Pläne scharf und argumentierte, eine Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters bekämpfe nicht die eigentlichen Ursachen der Gewalt.

Die Landesregierung hat bereits Maßnahmen eingeleitet, um das Problem einzudämmen. Das Programm "Kurve kriegen" richtet sich an junge Intensivtäter, während "Miteinander stark sicher – gemeinsam für eine gewaltfreie Schule" gewaltfreie Schulen fördern soll. Thomas Röckemann von der AfD warf der Regierung jedoch vor, die Lage nicht unter Kontrolle zu haben, und forderte entschlossenere Schritte.

Die Debatte offenbarten tiefe Gräben in der Frage, wie mit Jugendgewalt umgegangen werden soll. Während einige Parteien auf verschärfte rechtliche Maßnahmen setzen, priorisieren andere soziale und psychologische Hilfsangebote. Die bestehenden Programme der Regierung werden nun genauer unter die Lupe genommen – die Forderung nach messbaren Erfolgen wird lauter.

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