25 March 2026, 10:09

Historischer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker vor Gericht wegen 280-Millionen-Betrugs

Deckblatt eines alten Buches mit dem Titel "Berichte über ausgew├Ąhlte F├Ąlle vor den Gerichten von Westminster-Hall sowie die Meinung von John Lord Fortescue" mit einer offenen Seite, die schwarzen Text zeigt.

Historischer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker vor Gericht wegen 280-Millionen-Betrugs

Großer Cum-Ex-Steuerprozess in Siegburg eröffnet

In Siegburg hat einer der ersten großen Cum-Ex-Steuerprozesse begonnen, der im neu errichteten Gerichtsgebäude des Landgerichts Bonn verhandelt wird. Drei ehemaligen Bankern wird vorgeworfen, durch manipulierte Geschäfte deutsche Steuerzahler um rund 280 Millionen Euro gebracht zu haben. Das Verfahren soll nicht nur die Justiz, sondern auch die neue Gerichtsstätte auf die Probe stellen.

Im Mittelpunkt des Prozesses stehen Vorwürfe, dass die Angeklagten – zwei ehemalige Mitarbeiter der Privatbank M.M. Warburg sowie ein Dritter, dem Beihilfe vorgeworfen wird – durch Cum-Ex-Geschäfte Steuererstattungen geltend machten, die nie tatsächlich gezahlt wurden. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass diese Transaktionen Erstattungsansprüche künstlich aufblähten und so zu enormen Verlusten für die öffentlichen Haushalte führten.

Wie ein Sprecher des Gerichts bestätigte, sind mindestens 53 Verhandlungstage bis Mitte Dezember angesetzt. Der Fall ist Teil einer bundesweiten Welle von Ermittlungen, mit laufenden oder abgeschlossenen Verfahren in Städten wie Köln, Wiesbaden, München, Frankfurt am Main und Düsseldorf. Zwar sind die genauen Zahlen unklar, doch mehrere Banken – darunter die Deutsche Bank und die Caceis Bank – gerieten in ähnlichen Fällen bereits unter Druck.

Weitere Prozesse zeichnen sich bereits ab: Bis Jahresende könnten bis zu sieben zusätzliche Anklagen erhoben werden. Das Siegburger Gerichtsgebäude, das erst im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde, wurde speziell für komplexe Wirtschaftsstrafverfahren wie dieses konzipiert.

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Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten harte Strafen für ihre mutmaßliche Rolle in dem 280-Millionen-Euro-Steuerbetrug. Das Urteil könnte zudem richtungsweisend für die künftige Verfolgung von Cum-Ex-Fällen in ganz Deutschland sein. Gleichzeitig dient der Prozess als hochkarätiger Belastungstest für die Fähigkeit des neuen Gerichts, langwierige und komplizierte Finanzklagen zu bewältigen.

Quelle