GLS Bank in der Kritik: Kontosperren für linke Gruppen entfachen Streit über politische Neutralität
Kilian SchlosserGLS Bank in der Kritik: Kontosperren für linke Gruppen entfachen Streit über politische Neutralität
Die GLS Bank steht nach der Schließung von Konten mit Verbindungen zu linksextremen Gruppen unter starker Kritik. Die Entscheidung löste Proteste und juristische Auseinandersetzungen aus, während Tausende eine offene Petition unterzeichneten, die eine Rücknahme der Maßnahme fordert. Gleichzeitig erhielt die Bankführung auf der jüngsten Mitgliederversammlung in Bochum deutliche Rückendeckung.
Der Streit begann, als die GLS Bank Konten von Organisationen wie der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Rechtshilfeorganisation Rote Hilfe kündigte. Die Bank wies politische Motive zurück und begründete die Schließungen mit rechtlichen und regulatorischen Verpflichtungen. Aufsichtsbehörden verlangen von Banken die umgehende Meldung verdächtiger Transaktionen – ein Punkt, den auch die Initiative „Stop Debanking“ hervorhebt.
Die Proteste formierten sich schnell: Tausende unterschrieben einen offenen Brief, in dem sie die GLS Bank aufforderten, die Konten wiederherzustellen. Ein Gericht verfügte später, dass die Sparkasse Göttingen das Konto der Roten Hilfe vorläufig aufrechterhalten muss. Die GLS Bank selbst führte Gespräche mit betroffenen Kunden, um sie darüber zu beraten, wie sie auffällige Transaktionen vermeiden können. Trotz der Kritik bleiben die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank vorerst geöffnet.
Auf der Mitgliederversammlung in Bochum bestätigten 676 von 720 Anwesenden den Kurs des Vorstands. Auch der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck nahm an der Veranstaltung teil, die im Rahmen eines Nachhaltigkeitsfestivals stattfand. Unterdessen kündigte die DKP an, die Zusammenarbeit mit der GLS Bank zu beenden und warf ihr „vorauseilenden Gehorsam“ vor, um ihr US-Geschäft zu schützen. Die Partei will stattdessen zu öffentlichen Sparkassen in Deutschland wechseln.
Trotz der Kontoschließungen genießt die GLS Bank weiterhin breite Unterstützung ihrer Mitglieder. Die rechtlichen und regulatorischen Zwänge, die hinter der Entscheidung stehen, bestehen fort – auch wenn die Konten der Roten Hilfe nicht geschlossen wurden. Der Ausstieg der DKP markiert eine Neuausrichtung ihrer finanziellen Partnerschaften, während die Debatte über Bankenrestriktionen anhält.






