03 April 2026, 08:10

Frauenpfahl am Bodensee: Wo das Mittelalter seine Opfer ertränkte

Ein nebliger Friedhof mit verstreuten Grabsteinen und Bäumen im Hintergrund unter einem trüben grauen Himmel.

Frauenpfahl am Bodensee: Wo das Mittelalter seine Opfer ertränkte

Der Bodensee birgt ein düsteres Geheimnis aus dem Mittelalter

Der Frauenpfahl, ein hölzerner Pfahl mit einer weißen Gitterkugel, markiert die Stelle, an der Frauen wegen Verbrechen wie Diebstahl, Ehebruch oder Hexerei ertränkt wurden. Heute zieht der unheimliche Ort besonders zu Halloween Besucher an – als Teil von Abendführungen, die die grausame Geschichte der Region erkunden.

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Der Frauenpfahl in Konstanz war einst ein Hinrichtungsort für Frauen, die schwerer Vergehen für schuldig befunden wurden. Die Verurteilten wurden an den Pfahl gebunden, oft in Säcke genäht – zusammen mit Tieren wie Katzen oder Schlangen –, bevor man sie in den See hinabließ. Aufzeichnungen belegen, dass am 9. November 1532 eine Diebin namens Apollonia hier ihr Ende fand.

Auch andere mittelalterliche Hinrichtungsmethoden waren in der Bodensee-Region verbreitet: Ertränkungspfähle für Männer, das Rädern oder das Verbrennen auf dem Scheiterhaufen. Städte wie Überlingen und Lindau verfügten über eigene Hinrichtungsstätten. Eine lokale Legende erzählt von einer Frau, die dank der Gnade eines Abtes dem Frauenpfahl entging – doch als sie später versuchte, mit ihrem Kind über den See zu schwimmen, rissen ihr die Wellen das Baby fort.

Doch der Bodensee hat für Halloween-Besucher mehr zu bieten als nur schaurige Geschichten. Der Konstanzer Münster und die Blumeninsel Mainau sorgen für hellere Momente. Die Veranstalter empfehlen warme Kleidung und eine Taschenlampe für abendliche Spaziergänge am Ufer. Viele Führungen enden in einem gemütlichen Café in Konstanz – ein passender Ausklang für das gruselige Erlebnis.

Der Frauenpfahl bleibt eine gespenstische Mahnung mittelalterlicher Justiz. Seine düstere Vergangenheit ist heute ein zentraler Punkt der Halloween-Touren in der Region. Besucher können die Stätte zusammen mit anderen lokalen Sehenswürdigkeiten erkunden – eine Mischung aus Geschichte und saisonalem Grusel.

Quelle