FDP NRW wählt Führung neu – doch die Krise bleibt tiefgreifend
Die Freie Demokratische Partei (FDP) in Nordrhein-Westfalen hat ihre Führungskräfte wiedergewählt, während sie sich mit einer vertieften Krise auseinandersetzt. Sinkende Umfragewerte und interne Richtungsstreitigkeiten bringen die Partei in Gefahr, bei der Landtagswahl 2027 komplett leer auszugehen. Trotz dieser Herausforderungen bereiten sich lokale Gliederungen wie der Kreisverband Viersen mit einem neu gestärkten Vorstand auf die Zukunft vor.
Auf dem jüngsten Parteitag sicherte sich Felix Grams eine weitere Amtszeit als Kreisvorsitzender – einstimmig bestätigt von den Delegierten. Auch Frank a Campo, Stephanie Jahrke und Christian Koch wurden als stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt und sorgen so für Kontinuität in den Führungspositionen.
Der Vorstand begrüßte zwei neue Mitglieder: Erwin Walter übernahm das Amt des Schatzmeisters und löst damit Birgit Koenen ab, während Ugur Erol als Pressesprecher der Partei hinzustieß. Birgit Jahrke bleibt Geschäftsführerin, und Dieter Lehmann führt seine Tätigkeit als Schriftführer fort.
Doch die Landespartei steckt in ernsten Schwierigkeiten. Bei der Wahl 2022 stürzte ihr Stimmenanteil auf 5,9 Prozent ab – nur noch halb so viel wie zuvor – und weckt Befürchtungen, 2027 erneut an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern und aus dem Landtag auszuschieden. Landeschef Henning Höne liegt mit Bundesvorsitzendem Christian Dürr über die strategische Ausrichtung im Clinchen. Kritiker wie Volker Wissing machen eine zu stark libertäre und rechtspopulistische Ausrichtung für die schwache Performance verantwortlich. Gleichzeitig fordern Gruppen wie die Liberalen Senioren NRW eine Rückkehr zu den Kernwerten der Partei, mit Fokus auf Wirtschaftspolitik und den Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung, um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.
Vor diesem Hintergrund hat der Kreisverband Viersen signalisiert, dass er eine aktive Rolle bei der Gestaltung des künftigen Kurses der Partei einnehmen will – gerade mit Blick auf die anstehende Landtagswahl.
Die FDP in Nordrhein-Westfalen steht nun vor einer entscheidenden Phase. Mit wiedergewählten und neuen Vorstandsmitgliedern muss sie die internen Gräben überwinden und den Schwund an Unterstützung stoppen, um 2027 nicht aus dem Düsseldorfer Landtag auszuschieden. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob eine konsequente Besinnung auf die Kernthemen das Blatt noch wenden kann.






