Falsche Teilnehmerzahlen beim CSD Dresden: Wie ein Video für Verwirrung sorgt
Oswin MargrafFalsche Teilnehmerzahlen beim CSD Dresden: Wie ein Video für Verwirrung sorgt
Ein online geteiltes Video zeigt scheinbar eine kleine Menschenmenge bei den Feierlichkeiten zum Christopher Street Day (CSD) in Dresden. In sozialen Medien wurde behauptet, die Veranstaltung habe 250.000 Teilnehmer angezogen – doch die Aufnahmen entsprechen nicht dem Ausmaß der Hauptkundgebung. Einige dieser Beiträge stammen von Accounts, die ihre Inhalte als Satire kennzeichnen.
Die Hauptdemonstration des CSD Dresden fand am 6. Juni statt und umfasste deutlich mehr Wagen und Teilnehmende, als im Video zu sehen sind. Die Aufnahme zeigt stattdessen eine kleinere Protestaktion am 5. Juni – eine von zwei kurzfristig angemeldeten, kürzeren Kundgebungen, die nach einem Rechtsstreit stattfanden.
Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hatte zuvor entschieden, dass der gesamte CSD in Dresden als Versammlung gilt. Seit 1994 haben insgesamt rund 260.000 Menschen an den CSD-Demonstrationen teilgenommen. Das begleitende politische Straßenfest verzeichnete seit 2004 etwa 310.000 Besucher.
Weder die Stadt Dresden noch lokale Medien berichteten von 250.000 Teilnehmenden bei der diesjährigen Veranstaltung. Unter den irreführenden Posts finden sich zudem Kommentare mit anti-LSBTIQ+-Rhetorik.
Das fragliche Video stellt nicht die Hauptveranstaltung des CSD dar. Offizielle Zahlen und Berichte bestätigen das tatsächliche Ausmaß der Beteiligung. Die Einstufung des CSD als Versammlung durch das sächsische Gericht bleibt weiterhin bestehen.






