25 June 2026, 12:08

Energieeffizienzgesetz reformiert: Erleichterungen für Rechenzentren und Tech-Konzerne

Schwarz-Rot lockert Effizienzregeln für die Wirtschaft

Energieeffizienzgesetz reformiert: Erleichterungen für Rechenzentren und Tech-Konzerne

Der Bundeskabinett hat Änderungen am Energieeffizienzgesetz beschlossen. Die Reformen lockern die Vorgaben für Unternehmen, insbesondere für Betreiber von Rechenzentren. Kritiker werfen der Regierung vor, die Anpassungen kämen vor allem großen Technologiekonzernen zugute und könnten die Klimaziele untergraben.

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Das ursprüngliche Gesetz verpflichtete Behörden und Unternehmen, ihren Energieverbrauch zu senken und Abfälle zu reduzieren. Rechenzentren unterlagen besonders strengen Regeln, da sie einen hohen Strombedarf haben und viel Abwärme produzieren. Die Betreiber mussten innerhalb von zwei Jahren Effizienzziele erreichen und ihren gesamten Strombedarf bis 2027 durch erneuerbare Energien decken.

Nach den neuen Bestimmungen haben Rechenzentren nun vier Jahre Zeit, um die Effizienzvorgaben zu erfüllen, und bis 2030, um vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Die Pflicht zur Nutzung von Abwärme entfällt, sofern kein lokales Fernwärmenetz existiert. Zudem müssen nur noch Unternehmen mit einem jährlichen Verbrauch von mindestens 23,6 Gigawattstunden ein Energiemanagement- oder Umweltmanagementsystem einführen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz rechtfertigte die Änderungen mit Bürokratieabbau und der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Peter Adrian vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bezeichnete die Reformen als „deutliche Entlastung“ für die Wirtschaft.

Umweltverbände kritisierten die Neuregelungen scharf. Linda Klapdor von Greenpeace warnte, sie schafften neue Schlupflöcher für Tech-Riesen und könnten die Emissionen erhöhen. Kilian Vieth-Ditlmann von AlgorithmWatch sprach von einer „Kapitulation vor den Tech-Konzernen“ und warnte vor steigenden Umwelt- und Wirtschaftskosten.

Quelle