Deutschland verbietet alte Holzöfen – doch NRW zögert bei der Umsetzung
Adeline SchmiedeckeDeutschland verbietet alte Holzöfen – doch NRW zögert bei der Umsetzung
Deutschland führt Verbot alter, umweltschädlicher Holzöfen ein
Zum Jahresbeginn 2025 trat in Deutschland ein Verbot für alte, stark schadstoffemittierende Holzöfen in Kraft. Ziel der Maßnahme ist es, den Ausstoß gesundheitsschädlicher Feinstaubpartikel durch private Heizungen zu reduzieren. Doch in einigen Bundesländern, darunter Nordrhein-Westfalen (NRW), bleibt die Umsetzung des Verbots unklar.
Die Bundesregierung hatte bereits 2010 die Erste Bundes-Immissionsschutzverordnung geändert und damit eine Frist bis Ende 2024 gesetzt, um Öfen abzuschaffen, die die geltenden Emissionsgrenzwerte nicht einhalten. Seit 2025 können Verstöße gegen das Verbot mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Trotz der bundesweiten Regelung fehlt in NRW bisher eine rechtliche Grundlage für die Durchsetzung. Weder ein offizieller Erlass noch eine verbindliche Anweisung existieren im Land, sodass das Verbot dort vorerst nicht umgesetzt wird. Anders verhält es sich in Rheinland-Pfalz: Dort gibt es seit 2018 eine funktionierende Richtlinie, die es Behörden ermöglicht, gegen umweltschädliche Öfen vorzugehen.
Umweltminister Oliver Krischer kündigte kürzlich einen neuen Schritt für NRW an: Ab Januar 2026 sollen Schornsteinfeger verpflichtet werden, nicht konforme Öfen zu melden. Diese Maßnahme soll die Einhaltung der Vorschriften verbessern, sieht aber noch keine direkten Sanktionen vor.
Das Umweltbundesamt betont die Dringlichkeit des Themas. Die private Heizungsnutzung verursacht mittlerweile mehr Feinstaubemissionen als der Straßenverkehr. Moderne Öfen stoßen deutlich weniger Schadstoffe aus als ältere Modelle – ein Unterschied, den Umweltschützer wie Thomas Mücher in öffentlichen Tests demonstriert haben.
Obwohl das Verbot für hoch emittierende Öfen seit Anfang 2025 gilt, bleibt seine Wirkung in NRW ohne Umsetzung begrenzt. Die geplante Meldepflicht für Schornsteinfeger ab 2026 markiert jedoch einen ersten Schritt in Richtung strengerer Kontrollen.






