CDU und Grüne liefern sich erbitterten Schlagabtausch vor Landtagswahl 2026
Angela DietzCDU und Grüne liefern sich erbitterten Schlagabtausch vor Landtagswahl 2026
In Baden-Württemberg ist ein politischer Streit entbrannt, nachdem die Grünen ein Video aus dem Jahr 2018 veröffentlichten, in dem der CDU-Kandidat Manuel Hagel umstrittene Äußerungen über das Aussehen einer Schülerin macht. Die CDU-Führung warf den Grünen daraufhin vor, eine Schmierenkampagne zu betreiben – die Spannungen verschärfen sich damit vor der Landtagswahl im März 2026.
Auslöser der Kontroverse war ein von der Grünen-Politikerin Zoe Mayer geteilter Clip, der Hagel bei einer Veranstaltung 2018 zeigt, wie er sich über eine Schülerin namens Eva äußert. Mayer kritisierte seine Worte als sexistisch und warf ihm vor, sich unangemessen auf das Aussehen des Mädchens konzentriert zu haben. Die CDU konterte scharf: Parteivertreter wie Tobias Vogt bezeichneten den Vorstoß als gezielten Angriff und stellten die moralische Glaubwürdigkeit der Grünen infrage.
Dabei hat die CDU selbst eine lange Geschichte aggressiver Wahlkampfmethoden. 1994 karikierte die Partei die SPD, indem sie eine einzelne rote Socke auf eine Wäscheleine hing – als Symbol für linkes Gedankengut. Konrad Adenauer unterstellte SPD-Politikern einst, Gelder aus der DDR erhalten zu haben. In jüngerer Zeit verbreitete die Union falsche Behauptungen, Asylbewerber würden Deutschen den Zugang zu Zahnarztterminen verwehren. Bei der Bundestagswahl 2025 ging die CDU sogar ein taktisches Bündnis mit der rechtspopulistischen AfD ein, um eine migrationspolitische Initiative voranzutreiben.
Die Grünen wiesen jede Schuld von sich und betonten, das Video zeige ein Muster problematischer Verhaltensweisen auf. Doch die CDU legte nach, bezeichnete ihre Gegner als arrogant und forderte nach der knappen Wahl 2026 erneut eine Regierungsbeteiligung ein. Zudem griff sie alte Angriffe auf, etwa Jürgen Rüttgers' Aussage aus dem Jahr 2000, deutsche Kinder – und nicht ausländische IT-Fachkräfte – sollten Jobs in der Technologiebranche besetzen.
Der Konflikt spiegelt eine längere Tradition harter Bandagen seitens der CDU wider, zu der auch frühere Diffamierungskampagnen gegen Persönlichkeiten wie die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf oder den Grünen-Politiker Robert Habeck zählen. Mit der Wahl vorbei, deutet die Forderung nach Machtteilung und die erneute Kritik an linksgerichteter Politik darauf hin, dass der politische Grabenkampf weitergeht.