08 June 2026, 10:08

Bundesrat fordert EU-weite Tierschutzregeln für Lebendtier-Exporte in Drittländer

Tierwohl im Tiertransport: Bundesrat drängt Berlin

Bundesrat fordert EU-weite Tierschutzregeln für Lebendtier-Exporte in Drittländer

Bundesrat pocht auf strengere Tierschutzregeln bei Lebendtier-Exporte in Drittländer

Der deutsche Bundesrat hat eine klare Position zur Verbesserung des Tierschutzes bei Exporten in Länder außerhalb der EU bezogen. Am 26. September 2025 verabschiedete er einen Beschluss, der schärfere Vorschriften für den Transport lebender Tiere fordert. Die bisherigen Maßnahmen – darunter der Entzug von tierärztlichen Gesundheitsbescheinigungen für Zuchttiere im Jahr 2023 – reichen nach Ansicht der Länderkammer nicht aus, um Verstöße gegen den Tierschutz wirksam zu verhindern.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In dem Beschluss wird auf anhaltende Defizite bei der Durchsetzung von Tierschutzstandards während des Transports hingewiesen. Die Behörden räumen ein, dass ihnen die notwendigen Befugnisse fehlen, um Verstöße zu unterbinden – mit der Folge, dass die Tiere weiterhin gefährdet sind. Um Abhilfe zu schaffen, besteht der Bundesrat auf rechtlich verbindliche, EU-weite Regelungen für Exporte in Drittstaaten.

Laut dem neuen Vorstoß soll die EU-Kommission die Kompetenz erhalten, Lieferungen zu überprüfen und bei Verstößen gegen den Tierschutz zu stoppen. Exporte wären künftig nur noch möglich, wenn das Zielland die Einhaltung des Terrestrischen Tierschutzcodes der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) bestätigt. Zudem müssten künftige tierärztliche Bescheinigungen klare Tierschutz-Kriterien enthalten.

Der Beschluss folgt auf Kritik an der Entscheidung von 2023, bilaterale Gesundheitszertifikate für Zuchttiere zu streichen. Behördenvertreter argumentieren nun, dass einheitliche und strengere Regeln notwendig seien, um bestehende Schlupflöcher zu schließen und einen lückenlosen Schutz zu gewährleisten.

Mit dem Vorstoß verlagert der Bundesrat die Verantwortung auf die EU, eine strengere Kontrolle der Tiertransporte durchzusetzen. Würden die Maßnahmen umgesetzt, könnte die Kommission Lieferungen stoppen und von Drittstaaten die Einhaltung internationaler Tierschutzstandards verlangen. Der Beschluss spiegelt die wachsende Sorge über die Mängel im aktuellen System wider.

Quelle