Böhmermanns skurrile Kunstwelt fordert Berliner ohne Handy heraus
Jan Böhmermanns neue Ausstellung Die Möglichkeit der Unvernunft ist vergangenes Wochenende im Berliner Haus der Kulturen der Welt eröffnet worden. Bis zum 19. Oktober 2023 können Besucher:innen die Schau erkunden – allerdings ohne Handy, denn an der Tür wird konsequent zur Kasse gebeten.
Die Ausstellung beginnt mit einem ungewöhnlichen Anblick: Ein Fernrohr richtet sich auf einen Spiegel, der den Blick in das Büro einer benachbarten Kanzlerin freigibt. Daneben treibt eine schlaffe, aufblasbare Freiheitsstatue in einem Wasserbecken – eine Anspielung auf den steigenden Meeresspiegel, der die Freiheit bedroht. Eine Butterskulptur von Helmut Kohl rundet das surrealistische Ensemble ab.
KI-generierte Aktporträts von Friedrich Merz hängen neben einem inszenierten Einbürgerungstest, der bürokratische Rituale auf die Schippe nimmt. Alle 28 Minuten zerfetzt eine Maschine ein Stofftier – es sei denn, Besucher:innen zahlen 20 Euro und machen ein Selfie. Zu sehen sind auch Relikte aus Böhmermanns TV-Vergangenheit, darunter eine Goldene Schallplatte des Rappers Bushido und der Boxsack von Jan Marsalek.
Auf einer Bühnenfläche treten Künstler:innen wie Domiziana, Mine, Ebow und Wa22ermann auf. Während einige Exponate aus dem Privatbesitz des Künstlers stammen, bleibt unklar, wie viele persönliche Gegenstände tatsächlich ausgestellt sind.
Täglich bis Mitte Oktober bietet die Schau eine Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und Absurdität. Wer sein Handy abgibt, nimmt dafür einen Einblick in Böhmermanns chaotische, zum Nachdenken anregende Welt mit. Die Verbindung von Politik, Popkultur und Performance garantiert ein unvergessliches Erlebnis.






