Bayer zwischen Roundup-Klagen und Hoffnungsträger Kerendia im Jahr 2026
Kilian SchlosserBayer zwischen Roundup-Klagen und Hoffnungsträger Kerendia im Jahr 2026
Bayer steht vor entscheidenden rechtlichen und finanziellen Herausforderungen, während die Pharmasparte mit Schlüsselmedikamenten Fortschritte macht. Die Hauptversammlung des Konzerns am 1. April 2026 fällt mit einer Anhörung des US-Supreme Courts zu Warnhinweisen auf Roundup zusammen. Trotz eines Nettoverlusts von 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 hat das Vertrauen der Anleger nach positiven Ergebnissen in Medikamentenstudien wieder zugenommen.
Der Oberste Gerichtshof der USA wird am 1. April 2026 mündliche Verhandlungen zu den umstrittenen Warnhinweisen auf Roundup führen. Eine endgültige Entscheidung wird bis Mitte Juni erwartet – Investoren verfolgen den Fall genau, da er Auswirkungen auf den Schutz der Glyphosat-Lieferungen haben könnte. Die anhaltenden Klagen belasteten das Unternehmen 2025 mit einem Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und trieben die Nettoverschuldung auf fast 30 Milliarden Euro in die Höhe.
Unterdessen verzeichnet die Pharmasparte von Bayer einen Durchbruch mit Kerendia, einem Medikament, das ursprünglich außerhalb der USA für chronische Nierenerkrankungen im Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes zugelassen wurde. Aktuelle Studien zeigen, dass es auch bei nicht-diabetischen Nierenpatienten die primären Endpunkte erreichte. Daraufhin plant das Unternehmen eine erweiterte Einreichung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA. Bei einer Zulassung könnte sich der Markt für Kerendia deutlich ausweiten und seine Position als potenzieller Blockbuster festigen.
Nach Bekanntgabe der Studienergebnisse stiegen die Aktien um 4,71 % auf 40,25 Euro. Zudem bestätigte Bayer, dass auf der anstehenden Hauptversammlung über eine Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abgestimmt wird – ein Balanceakt zwischen finanzieller Belastung und Aktionärsrendite.
Die Entscheidung des Supreme Courts zu den Roundup-Hinweisen wird Bayers rechtliche Risiken in der ersten Jahreshälfte 2026 prägen. Eine erweiterte Zulassung für Kerendia könnte die finanziellen Verluste ausgleichen, indem ein größerer Patientenkreis erschlossen wird. Bis dahin bleibt das Unternehmen mit der Bewältigung der Prozesskosten beschäftigt, während es gleichzeitig die Entwicklung neuer Wirkstoffe vorantreibt.